11.09.2017 - 20:00 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Albert Rupprecht wirbt für Stimmabgabe bei der Bundestagswahl Noch nichts entschieden

Entscheiden die Nichtwähler die Bundestagswahl? Diese Frage diskutieren die Teilnehmer der Wahlversammlung des CSU-Ortsverbandes mit dem Abgeordnetem Albert Rupprecht.

Bürgermeister Heinz Lorenz (rechts) sowie Gemeinderat Josef Prechtl und Ortsvorsitzenden Lothar Porst dankten Albert Rupprecht (von links) für seine regelmäßige Teilnahme an Veranstaltungen in der Gemeinde. Bild: mez
von Roman MelznerProfil

Ungewöhnlich viele Wähler sind nach einer aktuellen Umfrage noch unentschlossen. Erst 54 Prozent der Deutschen wissen, für welche Partei sie stimmen wollen. Fast ein Drittel der Wahlberechtigten hatte beim vergangenen Mal keine Stimme abgegeben. Nutznießer können Parteien wie die Linke oder die AfD sein, warnte Rupprecht vor einem Bündnis einer möglichen Rot/Rot-Grünen Bundesregierung.

Der Meinung vieler Besucher im Sportheim, dass die Wahl bereits entschieden sei, trat er energisch entgegen: "Am Ende kommt ein unerwartetes Ergebnis heraus, dass keiner wollte, weil zu viele Wähler einfach zu Hause bleiben." Bei vielen Gesprächen habe er teilweise diesen Eindruck gewonnen. Eine Grundsorge sei die zukünftige eigene Rente. Da die Rentenkasse vor allem durch die aktive Arbeitnehmerschaft gefüllt werde, müssten der Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen gesichert sein.

Ein großes Anliegen ist dem Abgeordnetem die Ausbildung in ländlichen Regionen. Auch in Immenreuth zögen vor allem junge Menschen nach dem Studium in Ballungszentren. Durch den Ausbau der Hoch- und Berufsschulen könnte dem entgegengewirkt und so Standortvorteile gegenüber überteuerten Gebieten in München oder Regensburg geschaffen werden. Mittlerweile könnten durch eine gute DSL-Versorgung auf dem Land auch hier Vorteile aus der fortschreitenden Digitalisierung gezogen werden. Gemeinden, die Vorreiter bei Themen wie der Breitbandversorgung sind, werden zu den Gewinnerkommunen zählen, ergänzte Ortsvorsitzender Lothar Porst. Dort könnten zum Beispiel zunehmend Heimarbeitsplätze im Dienstleistungsbereich entstehen. Ein Vorteil für junge Menschen sei dadurch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Auf die finanzielle Förderung von Familien ging auch Rupprecht ein. Er erläuterte das geplante Baukindergeld und die Wohnungsbauförderungen sowie die Anpassung des Kindergeldes. Bezüglich der medizinischen Versorgung auf dem Land kündigte er an, dass zehn Prozent der Studienplätze für diejenigen reserviert werden sollen, die sich verpflichten, nach dem Studium aufs freie Land zu ziehen.

Beim Thema Flüchtlingskrise plädierte der Politiker dafür, dass Europa Kriegsflüchtlinge gemeinsam aufnehmen muss. Doch: "Wer unsere Leitkultur aber ablehnt und zudem bestehende Gesetze vorsätzlich bricht, hat bei uns nichts verloren." Rupprecht gab auch zu bedenken, dass die Aufnahmefähigkeit von Asylbewerbern in Deutschland irgendwann an ihre Grenzen stößt. Er sieht derzeit als eine der sinnvollsten Lösungen die Sicherung der EU-Außengrenzen an.

Porst dankte dem Redner mit einem kleinem Präsent. Er kündigte an, dass der Ortsverband am Freitag, 15. September, vor der Bäckerei Bauer einen Infostand zur Bundestagswahl betreiben wird.

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