11.04.2018 - 20:00 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Baupreise ziehen kräftig an Kostenexplosion bei Kanalisation Hüttstadl

Eine Härtefallregelung für die Sanierung der Hüttstadler Kanalisation, so wie sie bei der Ortsversammlung im Februar von Bürgern vorgeschlagen wurde, gibt es nicht. Doch noch schimmert ein kleiner Hoffnungsfunken.

von Bernhard KreuzerProfil

Fichtelberg. Bürgermeister Georg Ritter informierte in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Mittlerweile wurden weitere Ideen gesammelt, wie das seit langen diskutierte Problem für die Einwohner am günstigsten gelöst werden kann.

Drei Lösungsvorschläge zur Abwasserbeseitigung vom eigentlichen Ort Hüttstadtl (Althüttstadl) und dem Ferienpark präsentierte dazu das Ingenieurbüro für Tiefbau, Harald Götz aus Pullenreuth. Ingenieur Götz startete bei der Vorstellung bereits bekannter Planungen mit der schlechten Nachricht, dass die Baupreise für einzelne Gewerke zwischenzeitlich um 25 bis 35 Prozent gestiegen seien. So würden alleine die Kosten für die dringlichsten Maßnahmen zur Sanierung der Mischwasserkanalisation des Ferienparks von 254 000 auf 343 000 Euro und die für Althüttstadl von 12 000 auf 16 200 Euro klettern. Noch gewaltiger gestaltet sich der Preisanstieg bei der Lösung mit einer Vakuumanlage. Lagen hier die Kosten im Dezember noch bei 1 035 316 Euro, so erreicht das Niveau heute 1 380 000 Euro. Bei einer Freispiegelentwässerung des Ferienparks rechnete das Ingenieurbüro Aufwendungen von 1 195 000 Euro vor.

Harald Götz machte auf viele zu klärende Grundstücksverhältnisse im Ferienpark aufmerksam und betonte, dass nicht jeder festgestellte Schaden im Plan eingezeichnet werden kann. "Auf dem Plan wäre nichts mehr zu erkennen", gab er zu verstehen. Seine Aussage unterlegte er mit Bildern aus der Kanalwelt des Ferienparks, die 2015 gemacht wurden. Scherbenbrüche und "interessante Hausanschlüsse" beherrschten die Bilderreise. Nicht fachgerecht hergestellte Hausanschlüsse stellte er auch in Althüttstadl fest. Auch hier dringt Fremdwasser in die Kanalisation ein. Der Hauptanteil von bis zu 80 Prozent allerdings stammt aus dem Ferienpark.

Wie weit alleine das Abdichten der Kanalisation des Ferienparks mit sogenannten Inlinern eine Dauerlösung sein könnte, dazu führte der Planer lediglich aus, dass unter Laborbedingungen eine Haltbarkeit von 50 Jahren anzunehmen sei. Nach den Worten von Götz könnte das Abdichten aber zu einem anderen Problem führen. Das Grundwasser würde nicht mehr direkt abgeleitet, steigt an und könnte an anderer Stelle in die Kanalisation gelangen.

Von einer grundlegenden Sanierung der Kanalisation wären auch die Hausanschlüsse betroffen. Die Kosten dazu müssten die Grundstücksbesitzer zusätzlich tragen. Eine Summe bis 3000 Euro machte hier die Runde. Ein kleiner Lichtblick allerdings flackerte gleich zu Beginn der Gemeinderatssitzung auf. Bürgermeister Ritter informierte, dass Geschäftsleiterin Kathrin Weber im Keller des Rathauses zwei Ordner über die Abwasserbeseitigung von Hüttstadl gefunden habe, die dort nicht hingehörten. Unter Umständen könnten die darin enthaltenen Ausgaben ausreichen den Schwellenwert für eine Förderung zu erreichen. 300 Euro pro laufenden Kanalmeter wären gegeben. Geschäftsleiterin Kathrin Weber dämpfte: "Es ist keine einfache Rechnung, um sagen zu können, wann und wie viel Förderung erhalten werden kann."

Bei der Vorstellung der neuen Lösungsmöglichkeiten im Gemeinderat ging es nicht darum einen Beschluss zu fassen, sondern um Alternativen aufzuzeigen und um die Belastungen für die Bürger berechnen zu können, so Bürgermeister Georg Ritter.

Die Hüttstadler werden deshalb zu einer weiteren Ortsteilversammlung eingeladen. Dort sollen ihnen auch an Hand einer Beispielsberechnung die zu erwartenden Kosten aufgezeigt werden.

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