11.01.2018 - 20:00 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Bürgermeister zur ISI-Schelte Kein Verständnis für Kritik

Keine Antwort ist auch eine: Nach Kritik des Vorsitzenden des aufgelösten Fördervereins für das Immenreuther Naturerlebnisbad sparen sich die angesprochenen Bürgermeister eine Replik. Es laufe auch ohne Förderverein gut. Ändern dürfte sich zumindest bei der Führung dennoch etwas.

Im Naturerlebnisbad ist es nur äußerlich still, die Vorarbeiten für die neue Saison laufen - und zwar gut, wie die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden übereinstimmend berichten. Archivbild: bkr
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Nach der Leserbrief-Schelte des ehemaligen Vorsitzenden der Initiative Schwimmbad Immenreuth (ISI) sind sich die kritisierten Bürgermeister bei ihrer Reaktion einig: Es gibt keine. "Diese Aussagen sind es nicht wert, darauf zu reagieren", erklärt Günter Kopp. Kulmains Bürgermeister lässt so zumindest durchblicken, dass er die Kritik für ungerechtfertigt hält.

Der letzte ISI-Vorsitzende hatte sich in einem Leserbrief in unserer Zeitung über mangelnde Unterstützung für den Verein und das Schwimmbad beklagt. Kopp kann damit nichts anfangen: "Das Naturerlebnisbad ist ein tolles landkreis- und bezirksübergreifendes Projekt." Er sei überzeugt, dass das Bad in der Bevölkerung große Akzeptanz genieße. Die Menschen im Kemnather Land könnten diese Kritik auch ohne Rechtfertigung richtig einordnen. Zur Arbeit und dem Ende der Initiative Schwimmbad Immenreuth ist Kopp dagegen kein Wort zu entlocken.

Lob von Porsch

Sein Speichersdorfer Amtskollege Manfred Porsch spricht dem Förderverein dagegen Lob aus: "ISI hat tolle Arbeit geleistet. Es ist schade, dass es den Verein nicht mehr gibt." Zu den Umständen der Auflösung gibt es aber auch von ihm keinen Kommentar. Nur: Auch die Kommunen bringen sich hervorragend ein, viele Fördermittel seien dank der Gemeinden geflossen. Fehlendes Engagement zu unterstellen, halte er für ungerecht.

Das sieht Werner Nickl genauso. Kemnaths Bürgermeister freut zudem, dass der Betrieb weiter organisiert sei, die Vorbereitung auf die neue Badesaison gut laufe. "Das Neujahrsschwimmen war dank der Wasserwacht aus Kemnath und Immenreuth ein hervorragender Start ins Jahr." Besonders hebt Nickl dabei den neuen Bademeister Kai Wolf hervor, der für frischen Wind sorge. "Wir sind auf einem guten Weg, und bis zur neuen Badesaison haben wir noch etwas Zeit."

Noch einiges zu tun

In dieser Zeit gibt es für die Gesellschafter der GmbH aber auch noch einiges zu tun. Mitte Januar treffen sie sich wieder. Unter anderem soll es dann um die Geschäftsführung gehen. Diese liegt derzeit beim Immenreuther Bürgermeister Heinz Lorenz. Der ist seit mehreren Monaten krankgeschrieben, sieht sich Vorwürfen des eigenen Gemeinderats gegenüber (wir berichteten). Auf Presseanfragen geht er derzeit unter Verweis auf seinen Gesundheitszustand nicht ein. Werner Nickl macht klar, dass die Gesellschafter mit Lorenz das Gespräch suchen und nicht ohne weiteres gegen ihn entscheiden wollen.

Trotzdem dürfte sich in Sachen Geschäftsführung etwas ändern - unabhängig von den Vorteilsnahme-Vorwürfen. Aktuell kümmert sich Immenreuths Kämmerer Thomas Kaufmann als Prokurist um die Geschäfte. die Prokura läuft jedoch demnächst aus, eine Verlängerung sei nicht geplant, Kaufmann habe in der Gemeindeverwaltung derzeit genug zu tun, sagt Immenreuths zweiter Bürgermeister Josef Hecht. Das amtierende Gemeindeoberhaupt verweist zudem auf einen Hinweis des kommunalen Prüfungsverbands. Der habe der GmbH schon länger nahegelegt, die Geschäftsführung in externe Hände zu legen. "Mittelfristig soll das kein Bürgermeister mehr machen", erklärt Hecht. Es gehe nun darum, einen Fachmann zu finden, der diese Aufgabe mit übernimmt. Ausdrücklich betont Hecht, dass es nicht um eine Vollzeitstelle geht.

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