11.10.2017 - 20:00 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Der Witzelsbach soll sauberer werden Klares Ja für Kläranlagenkonzept

Die Kläranlage von Witzlasreuth ist in die Jahre gekommen. Ihre Reinigungsleistung entspricht nicht mehr den Anforderungen, auch muss sie zu viel Fremdwasser aufnehmen. Abhilfe ist dringend notwendig. Das erkennt auch der Gemeinderat.

von Bernhard KreuzerProfil

Kulmain. Den Weg einer möglichen Sanierung und Ertüchtigung zeichnete am Dienstag Diplomingenieur (FH) Günther Schwab von den Zwick-Ingenieuren aus Weiden auf. Vorrangiges Ziel für Bürgermeister Günter Kopp ist, noch in diesem Jahr die Konzepterstellung für die Sanierung abzuschließen, um im Frühjahr 2018 mit den Baumaßnahmen beginnen und noch im gleichen Jahr abschließen zu können.

Höhere Reinigungsleistung

Laut Schwab erreicht die Kläranlage nicht mehr die gesetzlich geforderte Reinigungsleistung für die Einleitung der Abwässer in den Vorfluter, dem Witzelbach. Diese muss an den Vorfluter angepasst werden. Es gilt zudem, neben dem gut funktionierenden Kohlenstoffabbau künftig Ammonium in Nitrat umzuwandeln und Phosphat stärker auszufällen. Das bedeutet: Je niedriger der Wasserdurchlauf im Vorfluter ist, umso höher muss die Reinigungsleistung sein, um Überdüngung und Umkippen des Gewässers zu vermeiden.

Die Reinigungsleistung wird zudem vom zu hohen Fremdwasseranteil stark eingeschränkt. Eine Ursache scheint hier ein sogenannter "Bürgermeisterkanal" entlang des Witzelbachs zu sein. Einfache Betonrohre ohne Dichtungen binden drei Anwesen an die Kanalisation an. Dies hat zudem den Charakter einer Drainage. Lösungsmöglichkeiten sollen hier bei der Kamerabefahrung für das Kanalkataster gefunden werden.

Kein Anschluss an Neusorg

Schwab beleuchtete auch die Möglichkeiten eines Anschlusses der Ortskanalisation an Neusorg, Frankenreuth oder Oberwappenöst. Alle drei Varianten scheitern jedoch am Geländeprofil, am hohen technischen Aufwand, um die Abwässer über größere Höhen zu pumpen, und den damit dauerhaft verbundenen Aufwendungen.

Unter Einbezug der noch offenen Baulücken müsse die Wehrschwelle des Trennbauwerks um 30 Zentimeter erhöht werden, führte der Fachmann zu den baulich notwendigen Veränderungen aus. Der bestehende Schönungungsteich werde zum Regenrückhaltebecken mit ausgebauter Flachwasserzone umfunktioniert, das Nachklärbecken zu einem zweiten biologischen Becken umgerüstet. Neu errichtet werden müsse deshalb ein Nachklärbecken. Die biologische Reinigung sei von bisher 3200 auf 4402 Kubikmeter zu erhöhen. Ersetzt werden sollten die verbrauchten Rotationstauchkörper durch ein Festbett, schlug Schwab vor. Dies sei zwar etwas kostspieliger, dafür aber wartungsfreundlicher und mache sich so sehr schnell bezahlt. Zur Sanierung der Kanalisation schlug er vor, nach der Kanalbefahrung eine Zustandsbewertung der Schäden vorzunehmen und Schwerpunkte bilden.

Ziel ist nun, den Bauentwurf fertig zu stellen und den Fremdwassereintrag um die Hälfte zu reduzieren, damit bis zum Jahresende 2018 die sanierte Kläranlage in Betrieb genommen werden kann, damit der Witzelsbach sauberer wird. Die Gemeinderäte stimmten dem Konzept zu.

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