09.01.2016 - 02:00 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Ehemaliger Bürgermeister fordert Geld für Überstunden Merkl will mehr

Ein Bürgermeisteramt ist ein Fulltime-Job. Aber muss es auch Fulltime bezahlt werden? Immenreuths früheres Gemeindeoberhaupt Peter Merkl meint "Ja" - und verlangt Geld für nicht vergütete Überstunden.

Peter Merkl.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Dass bei einer Gemeinde Rechnungen eingehen, ist nicht ungewöhnlich. Diese Rechnung sorgte bei Immenreuths Verwaltung allerdings für Staunen, wie Bürgermeister Heinz Lorenz zugibt: Sein Vorgänger möchte Geld von der Gemeinde. Unter anderem für nicht vergütete Überstunden hat Peter Merkl eine Forderung übermittelt: Er verlangt einen sechsstelligen Betrag von der Kommune.

Weder Merkl noch Lorenz wollen sich weiter dazu äußern. Merkl sagt, er gehe davon aus, dass es zu der Sache ein Verfahren geben wird. "Und zu einem offenen Verfahren äußere ich mich nicht." Lorenz verweist darauf, dass er das Vorgehen mit dem Gemeinderat abstimmen möchte. "In drei Wochen kann ich vielleicht mehr sagen."

Dass er sich sehr über die Forderung seines Amtsvorgängers und früheren Chefs wundert, daraus macht der einstige Gemeindekämmerer Lorenz kein Geheimnis. Er selbst schreibe seine Arbeitsstunden nicht auf. "Für einen Bürgermeister gibt es keine Überstunden." Das gehe auch aus dem Arbeitsvertrag hervor. Offiziell habe er als hauptamtlicher Bürgermeister einen auf sechs Jahre befristeten Vertrag als kommunaler Wahlbeamter: "In dem Vertrag ist keine Wochenarbeitszeit vermerkt."

SPD-Politiker Peter Merkl war 18 Jahre Bürgermeister der Gemeinde Immenreuth, bei der Kommunalwahl 2014 unterlag er gegen seinen CSU-Konkurrenten Lorenz. Sein Gemeinderatsmandat trat Merkl daraufhin nicht an.

Zuletzt sorgte Merkl als Geschäftsführer und Gesellschafter der Familienferienstätte für Aufmerksamkeit. Die gemeinnützige GmbH sollen finanzielle Probleme plagen, Merkl und Mitgesellschafter Alfred Schuster würden die Ferienstätte deshalb gerne an die Kewog verkaufen. Weil diese die Räume als Asylbewerberunterkunft nutzen möchte, wehrt sich die Gemeinde. Bürgermeister Heinz Lorenz glaubt aber, dass diese Differenzen "höchstens mittelbar" mit Merkls Forderung zu tun haben.

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