Immenreuth: Heinz Lorenz nimmt Stellung zum Fraktionsausschluss
"Ich bleibe Bürgermeister von Immenreuth"

Politik
Immenreuth
16.10.2017
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Vier Tage hat Heinz Lorenz geschwiegen, nun äußert sich der Bürgermeister zum Ausschluss aus der CSU-Fraktion. Wie die CSU geht er nicht detailliert auf die Vorwürfe ein, stellt aber klar, dass die Reaktion seiner ehemaligen Fraktion überzogen sei. Zumindest in Andeutungen unterstellt er zweitem Bürgermeister und Fraktionssprecher Josef Hecht "Machtspiele". "Dass dann in der Vertretungsrolle so nach der Macht gegriffen wurde, ist schon sehr überzogen", schreibt Lorenz. 

Der Bürgermeister gibt in seiner schriftlichen Antwort auf eine Redaktions-Anfrage zu, die Nachricht habe ihm den Boden unter den Füßen weggezogen. "Man denkt darüber nach, von sämtlichen Posten zurückzutreten." Inzwischen scheint der Schock verdaut. "Ich bin gewählt von Bürgern, die mir das Vertrauen gegeben haben, Immenreuth für die Zukunft zu gestalten." Es sei viel erreicht, "auch wenn der ein oder andere aus dem Gremium mehr fordert. Ich bleibe Bürgermeister von Immenreuth."

Die Fraktion habe die Vorwürfe nicht voll mit ihm besprochen. Er wisse von "Verzögerungen" und "Mehrforderungen" bei "gewissen Themen". Hinter dem Ausschluss steckten "drei oder vier Personen". Ihnen lastet Lorenz an, während seiner Erkrankung diesen Schritt vollzogen zu haben. Laut Lorenz haben sich schon im Juli Krankheitssymptome gezeigt. "Ich dachte, das wird schon wieder." Verschiedene private und berufliche Erlebnisse hätten ihm weiter zugesetzt. Inzwischen sei er in Behandlung. "Als erstes muss der Körper runtergefahren werden. ... Wenn ich gesund bin, werde ich die Arbeit wieder aufnehmen."

Auf die Frage nach eigenen Fehlern verweist er auf verpasste Gesprächschancen. "Ich denke, man hätte die aktuellen Themen ansprechen und begründen können." Statt dessen "wurde die erstbeste Situation genutzt, um so überzogen zu reagieren. Ich schäme mich für dieses Verhalten meiner ehemaligen Fraktion."

Nach seiner Rückkehr soll die personelle Situation im Rathaus besser, die Verwaltung "wieder einsatzfähig werden". Der Geschäftsstellenleiter befinde sich mit Unterbrechungen seit fast zwei Jahren im Krankenstand. "Bisher habe ich versucht, diesen Ausfall zu kompensieren." Innerhalb der Verwaltung soll die Zusammenarbeit enger werden, "so dass nicht alles auf meinen Schultern lastet". Sein Ziel sei, "das Vertrauen einzelner Gemeinderatsmitglieder wieder zu erlangen". Den Ausschluss nehme er an. "Wer weiß, für was das gut war."

Ich schäme mich für dieses Verhalten meiner ehemaligen Fraktion.Bürgermeister Heinz Lorenz
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