28.03.2018 - 20:10 Uhr
Immenreuth

Mehlmeisel fehlen akzeptable Anbindungen Nahverkehr für die Zukunft gefordert

Die Randlage der Gemeinde Mehlmeisel bringt für die Einwohner Nachteile. Wer irgendwohin will, ist oft ausgeschmissen, wenn er kein Auto besitzt.

von Bernhard KreuzerProfil

Mehlmeisel. Im Februar nutzten Gemeinderäte die Gelegenheit, auf die unzulänglichen Anbindungen im öffentlichen Nahverkehr hinzuweisen. "Mal aggressiver sein. Wir können nicht immer die Letzten sein", sagte Günther Daubner, CSU, nachdem Peter Hautmann, CSU, Beschwerden von Gästen seines Campingplatzes vorgetragen hatte. Bei der Strategie zum Ziel zu kommen stellte Bürgermeister Franz Tauber auch die Fragen: "Was ist richtig? Auf den Tisch hauen?". Demgegenüber forderte Verwaltungsleiter Thomas Prechtl verwertbare Fakten zu sammeln, Probleme mit den Bussen aufzuzeichnen und ins Rathaus bringen.

In der März-Sitzung legte nun Thomas Prechtl eine umfangreiche Datensammlung vor. Darin heißt es zur Ausgangssituation: "Die Gemeinde Mehlmeisel liegt im VGN-Gebiet (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg). Bedient wird Mehlmeisel nach oder aus Bayreuth von den Linien 329 und 369. Die Linie 329 (Fichtelberg-Bad Berneck-Bayreuth) wird vom OVF gefahren, die Linie 369 fährt die Firma (heserbus) von Mehlmeisel über Fichtelberg nach Weidenberg. Danach Umstieg in den Zug nach Bayreuth.

Mehlmeisel ist die letzte (südöstlichste Gemeinde) im Landkreis Bayreuth und im Netz des VGN. Die Abfahrts- oder Endstelle des OVF liegt aber in Fichtelberg beim Busbahnhof." Thomas Prechtl stellt deshalb die Frage: "Warum kann der OVF nicht selbst Mehlmeisel als erste bzw. letzte Haltestelle anfahren?" und fahrt fort: "Hier ist immer Ein-/Ausstieg in Linie 329 (heserbus) nötig. Busreisende aus Bayreuth über Bad Berneck, Bischofsgrün, müssen dann in Fichtelberg aussteigen, obwohl sie nach Mehlmeisel wollen. In Fichtelberg ausgestiegen, muss man dann 20 bis 25 Minuten auf den Bus der Linie 329 (heserbus) warten, damit man nach Mehlmeisel fahren kann.

Wenn man mit dem letzten Bus abends der Linie 369 aus Bad Berneck kommt, so endet diese in Fichtelberg. Es fährt aber auch kein anderer mehr nach Mehlmeisel. Für Mehlmeiseler ist abends in Fichtelberg um 19.30 Uhr Endstation."

Mehlmeisel blickt aber auch auf den Fremdenverkehr und die touristischen Attraktionen, die es gut anzubinden gilt. Im Winter der Skilift, ganzjährig das Waldhaus und die kommenden Anziehungspunkte. Deshalb ist es nach den Worten des Verwaltungsleiters unverlässlich hier neue Anbindungen zur Förderung des Tourismus zu schaffen. Dies wäre nach seiner Darstellung möglich, wenn die Firma Biersack aus Wunsiedel in den Nahverkehr einbezogen würde. Hier rechnete Thomas Prechtl vor: Wer abends gegen 17.30 Uhr von Bad Berneck nach Fichtelberg kommt, muss bis 25 Minuten auf den "Heserbus" warten. Diese Zeit könnte um 20 Minuten verringert werden, wenn mit der gleichen Fahrkarte der ebenfalls nach Mehlmeisel fahrende Bus von Biersack aus Wunsiedel genutzt werden könnte. Wer mit ihm fährt muss für die drei Kilometer aufgrund eines anderen Tarifsystems nochmals 2,45 Euro bezahlen, so Prechtl. Keine Chance haben Mehlmeiseler, am Abend nach 19 Uhr von Bayreuth in den Ort zu gelangen, bedauerte Prechtl.

In fünf Punkten fasste Thomas Prechtl die Empfehlungen der Gemeinde zusammen. Demnach sollte Mehlmeisel als End- und Beginnstation der Linie 369 ausgewiesen werden. Eine Rückfahrt von Fichtelberg aus sollte auch um 19.30 Uhr oder später möglich sein. Eine Busverbindung von Bayreuth in den Mehlmeisler Raum sollte auch um 20 Uhr möglich sein und die touristischen Zentren müssen in das Buskonzept eingebunden werden.

Verbesserungsmöglichkeiten wurden ebenso bei den Anruflinientaxen (ALT) gesehen, die von Warmensteinach aus Richtung Mehlmeisel verkehren. Nach 19 Uhr verkehren nur noch sie und müssen 45 Minuten zuvor angerufen werden. Allerdings kann man in Neubau oder Fichtelberg nicht mehr einsteigen um nach Mehlmeisel zu kommen. Ein Manko ist auch, dass Warmensteinach Endstation ist, wenn niemand weiter fahren will wie bis dorthin.

Günther Daubner regte eine Ochsenkopf-Rundlinie an. Mit ihr sollten nicht nur gezielt die Orte, sondern auch die touristischen Attraktionen angefahren werden. Hier rückten die Erweiterung des Wildparks und die Pläne eines Baumwipfelpfades in den Mittelpunkt.

Bei der Gemeinderatssitzung wurden Bürgermeister Franz Tauber und Gemeinderat Winfried Prokisch in die Vorschlagsliste der Schöffen für die Geschäftsjahre 2019 bis 2023 aufgenommen. Beschlossen wurde in nichtöffentlicher Sitzung für das Jahr 2018 wieder einen Antrag auf Stabilisierungshilfe zu stellen und das Konsolidierungskonzept fortzuführen.

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