Paukenschlag in Immenreuth: CSU-Fraktion schließt Bürgermeister Heinz Lorenz aus
Vertrauen verspielt

Wie geht es weiter im Rathaus Immenreuth? Die Zukunft von Bürgermeister Heinz Lorenz ist ungewiss. Bild: bkr
Politik
Immenreuth
12.10.2017
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Paukenschlag im Immenreuther Gemeinderat: Die CSU-Fraktion schließt Bürgermeister Heinz Lorenz aus. Fraktionssprecher Josef Hecht erläutert die Gründe am Donnerstagmorgen der Dienstaufsicht beim Landratsamt.

Via Pressemitteilung informierte die CSU-Fraktion am Donnerstag über den Ausschluss von Bürgermeister Heinz Lorenz. Die Erklärung trägt die Unterschrift aller sechs CSU-Gemeinderäte. Der Schritt sei der Fraktion nicht leicht gefallen, sei aber "in seiner Konsequenz unvermeidbar". Auslöser seien verschiedene "Vorkommnisse in jüngster Vergangenheit, die keine andere Entscheidung möglich machen". Auf Nachfrage zu diesen Vorkommnissen gibt sich zweiter Bürgermeister und Fraktionssprecher Josef Hecht am Donnerstagnachmittag zurückhaltend. "Ich war heute am Landratsamt, um die Kommunalaufsicht zu informieren", erklärt Hecht. Mit der Behörde werden weitere Gespräche nötig sein. Bis diese gelaufen sind, halte er sich zurück.

Die Fraktion habe in einer Sitzung am 5. Oktober lange und intensiv diskutiert. Die CSU-Räte seien sich einig, dass mit Bürgermeister Heinz Lorenz "keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr möglich sein wird". Am Mittwochabend informierte die CSU die anderen Fraktionen. Auch sie tragen den Entschluss mit, die Rechtsaufsicht einzuschalten. "Nach der Sitzung haben alle CSU-Räte die Erklärung unterschrieben." Die CSU stellt im Gremium sechs Räte, SPD und Freie Wähler je drei.

Den Bürgermeister wollte Hecht am Donnerstagmorgen persönlich informieren, habe ihn zu Hause aber nicht angetroffen. "Ich habe ihm die Erklärung in den Briefkasten geworfen und eine SMS geschrieben." Lorenz habe ebenfalls per SMS signalisiert, dass er die Erklärung erhalten habe. Der Bürgermeister befindet sich seit einigen Tagen im Krankenstand. Für eine Stellungnahme war er trotz mehrfachen Versuchs über Telefon und E-Mail nicht zu erreichen.

In ihrer Erklärung betont die CSU-Fraktion ihre Verantwortung gegenüber Gemeinde, Bürgern und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung. Diese werden von allen Vorwürfen ausdrücklich ausgenommen, ihre gute Arbeit hervorgehoben. Die Vorfälle sollen "transparent und konsequent" aufgearbeitet werden. Dies sichert auch Hecht auf Nachfrage "zu gegebener Zeit" zu.

Heinz Lorenz ist seit 2014 Bürgermeister der Gemeinde. Bei der Wahl schlug der heute 42-Jährige den damals amtierenden SPD-Bürgermeister Peter Merkl mit fast 70 Prozent der Stimmen deutlich. Zuvor war Lorenz als Kämmerer der Gemeinde beschäftigt. Die Vorwürfe beziehen sich laut Josef Hecht ausschließlich auf Versäumnisse während seiner Amtszeit als Bürgermeister. Zuletzt hatten sich in der Gemeinde kritische Stimmen über die Arbeit des Bürgermeisters gehäuft. Erst in der Septembersitzung des Gemeinderats hatten sich Gremiumsmitglieder in Abwesenheit des Bürgermeisters über Ungereimtheiten gewundert. Dabei ging es um Verzögerungen bei der Ausschreibung von Sanierungsarbeiten am Friedhof. Bei der Sitzung informierte Lorenz' Stellvertreter Hecht zudem, dass die Vorarbeiten für die Erschließung des Baugebiets Steinäcker noch nicht abgeschlossen seien, anders als Heinz Lorenz zuvor erklärt hatte.
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