02.07.2017 - 20:00 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

50 jahre SOS-Kinderdorf Kletterhaken, Spenden und ganz viel Zuneigung

"Wir feiern heut ein Fest, weil Gott uns alle liebt." Diese Zeile aus dem Eingangslied zum Gottesdienst der 50-Jahr-Feier des SOS-Kinderdorfs Oberpfalz durchströmte den offiziellen Teil am Samstagvormittag. Der Geist der Nächstenliebe, aber auch das Unverständnis des Menschen in der heutigen Zeit prägten sowohl den kirchlichen als auch den weltlichen Abschnitt der zweieinhalbstündigen Veranstaltung.

Der Dorfplatz verwandelte sich zum riesigen Biergarten. Er war Ausgangspunkt für spannende und interessante Erkundungs-Touren. Bilder: bkr (2)
von Bernhard KreuzerProfil

Kleine und große Musiker und Sänger untermalten mit ihren Beiträgen die oft besinnlichen und nachdenklichen Worte zu den Krisen der heutigen Zeit und dem Appell, Kindern eine ihnen gehörende Gegenwart und Zukunft zu schaffen.

50 Jahre ist für Kinder ein hohes Alter, für ein Dorf nicht, sagte eingangs des Festgottesdienstes Dekan Dr. Wenrich Slenczka. Er sah in den fünf Jahrzehnten einen Grund der Dankbarkeit für die Kinder, die hier gelebt und für die Menschen, die sich um sie gesorgt haben. Der evangelische Geistliche bat darum, dass der Segen Gottes weiter über dem Kinderdorf liegt.

Domkapitular Thomas Pinzer, stellte an die Kinder die Frage: "Was brauchen wir, wenn Geburtstag gefeiert wird?" "Geschenke", so ein lautstarke Antwort. "Das ist ein Volltreffer", erwiderte Pinzer. Und als Geschenk brachte er symbolisch für den Glauben Kletterhaken mit auf denen stand: "Ich bin gehalten".

In den Fürbitten des Gottesdienstes wurde für eine gute Zukunft gebetet, die Kinder auf der ganzen Welt vor Gewalt zu schützen, ihnen Geborgenheit und Sicherheit zu geben und ihre Not zu lindern. Viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stand auf der Gästeliste von Dorfleiter Holger Hassel beim Festakt. Auch ein Bus mit 90 Kindern und Mitarbeitern des SOS-Kinderdorfs in Zwickau war gekommen. Gerne begrüßt hätte Hassel Immenreuths 93-jährige Ehrenbürgerin Gabriele Sieber. Sie legte zusammen mit ihrem verstorbenen Gatten Dr. Gustav Sieber durch eine Spende den Grundstein für das SOS-Kinderdorf. Hassel bedauerte, dass Gabriele Sieber aus gesundheitlichen Gründen dem Festakt nicht beiwohnen konnte.

Ein herzliches Willkommen richtete Hassel an die SOS-Kinderdorfmutter der ersten Stunde, die heute 90-jährige Hedwig Pollak und Elisabeth Skolaude, an seine Vorgänger Hans-Manfred Milde und Alfred Schuster sowie Kinder der ersten Stunde. Dass die Kinder in der Einrichtung tolle Möglichkeiten und eine neue Heimat finden, beschrieb Jessica von der Arbeitsgruppe "Kinderrechte und Beteiligung". Das musische Spektrum gaben die Kinderdorfmütter und Kinder in ihrem frech und jazzig umgeschriebenen Song "Ich will eine Schokolade".

Die revolutionäre Idee von Hermann Gmeiner lebt nach den Worten von Dr. Kay Vorwerk, Vorstandsvorsitzender des SOS-Kinderdorfvereins, weiter. Mehr denn je brauchen Kinder ein Zuhause, eine Mutter, Geschwister und den Schutz der Gemeinschaft. Er kreidete der deutschen Gesellschaft an, dass Millionen von Kindern von der Sozialhilfe leben müssen. Die Not der Kinder auf der ganzen Welt sei eine Herausforderung. Für das SOS-Kinderdorf Oberpfalz hatte er einen Scheck über 10 000 Euro dabei. Eine Spende der BMW Open im Tennis 2017.

Ehrenpräsident Helmut Kutin und Regierungspräsident Axel Bartelt dokumentierten ebenso ihre Wertschätzung wie Landrat Wolfgang Lippert, der 1000 Euro für die Sparkasse Oberpfalz Nord überreichte. Ein stolzes Kind des SOS-Kinderdorfs ist Bürgermeister Heinz Lorenz. Er fand hier mit seinen Geschwistern 1978 ein neues Zuhause. Er brachte seine positiven Erfahrungen zum Ausdruck. Staatsministerin Emilia Müller zeigte sich in ihrer Ansprache überaus dankbar für das enorme Engagement.

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Weitere Informationen im Internet:

www.onetz.de

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