13.02.2018 - 17:12 Uhr
Immenreuth

Ein Häuslebauer erzählt Im Baugebiet Steinäcker II ging vieles schief

"Was sollte schon schief gehen?" An Komplikationen dachten die Häuslebauer nicht, die sich im Baugebiet Steinäcker II in Immenreuth eine Parzelle reservieren ließen. Heute wissen sie: "Alles ging schief."

Zweiter Bürgermeister Josef Hecht wird noch viel aufarbeiten müssen, bis im Baugebiet Steinäcker II die Maschinen für die Erschließung rollen können. Bild: bkr
von Bernhard KreuzerProfil

Längst wollten die Interessenten mit dem Bau des Eigenheims im neuen Baugebiet Steinäcker II beginnen. Das erzählt auch ein Betroffener zur Grundstücksfrage. Seinen Namen will der Mann nicht in der Zeitung lesen, was er beim geplanten Grundstückskauf erlebt hat, erzählt er dagegen genau. Bürgermeister Heinz Lorenz kommt dabei nicht gut weg.

Im Mai 2017 rollten die Baumaschinen an, Steinäcker II sollte erschlossen werden. Ein Baustopp brachte gleich wieder Stillstand. Damals hieß es, dass die von der Gemeinde erworbenen Grundstücke noch mit einem Pachtverhältnis belastet seien und der Verkäufer entgegen des Kaufvertrags die Grundstücke nicht von der Belastung freigestellt hat. Bürgermeister Heinz Lorenz wollte vom bestehenden Pachtvertrag nichts gewusst haben.

Heute ist bekannt, dass es bei dem Gebiet vor allem um landwirtschaftliche Flächen geht, deren Erschließung die Existenz eines bäuerlichen Betriebes bedroht. Gegen die Ausweisung wurden im Aufstellungsverfahren Widersprüche erhoben sowohl vom Landwirt als auch vom Amt für Landwirtschaft.

Beim Spatenstich zum Breitbandausbau am 5. Juli hieß es dann, erst wenn der Breitbandausbau abgeschlossen ist, soll es mit den Erschließungsmaßnahmen weitergehen. Als Grund wurde die Kapazitätsgrenze der Bauunternehmung Markgraf angegeben, die den Zuschlag für beide Maßnahmen erhalten hatte. Der Breitbandausbau bekam Vorrang eingeräumt.

Bei der Gemeinderatssitzung im September 2017 erklärte zweiter Bürgermeister Josef Hecht in Vertretung für den erkrankten Rathauschef Heinz Lorenz, er hoffe, dass in den kommenden Wochen alles unter Dach und Fach kommt. Die Hoffnung war vergebens. Der Gemeinderat wollte das nächste Mal im Januar eine Alternative wählen und die Erschließung über das Vermessungsamt im Umlegeverfahren abwickeln. Die Entscheidung musste jedoch verschoben werden und ist auch nicht Inhalt der Gemeinderatssitzung im Februar. Auf Anfrage teilte geschäftsführender Bürgermeister Josef Hecht mit, dass vor einem Beschluss die ausstehenden Notartermine in den kommenden zwei bis drei Wochen unter Dach und Fach gebracht werden sollen, um Rechtssicherheit zu erlangen.

Dem Häuslebauer dagegen versprach Bürgermeister Heinz Lorenz schon im Februar 2017 schriftlich und mit Dienststempel, dass zwischen September 2017 und März 2018 die Erschließung des Baugebiets beginnt. Abhängig von der Witterung könne er im Zeitraum November 2017 bis Januar 2018 mit dem Bau seines Hauses beginnen. Wie sich später herausstellte, vergab Bürgermeister Lorenz manche Parzellen doppelt und dreifach.

Die schriftliche Zusicherung ließ sich der verhinderte Bauherr geben, weil er mit der Planung für den Hausbau beginnen wollte. Eine der 25 Parzellen ließ er sich reservieren, von Baufirmen holte er Angebote ein. Schließlich schloss der Mann einen Vertrag für ein Fertighaus ab. Der Grundstückskauf wurde vereinbart. Beim Kauf selbst sei er dann durch die Gemeinde immer wieder vertröstet worden. Da fehlten angeblich Unterlagen beim Notar. "In der zweiten Septemberhälfte sollte alles klar sein", erklärt der Mann. Davor aber die böse Überraschung: Die Grundstücke sind nicht im Besitz der Gemeinde. 50 bis 55 Euro hätte der Kaufpreis pro Quadratmeter betragen sollen.

Die Firma zeigt sich kulant und gewährt eine großzügige Abnahmefrist für das Fertighaus. Es sollte jetzt im März aufgestellt werden - allerdings nicht auf der 950-Quadratmeter-Fläche im Baugebiet Steinäcker II. Zu ungewiss ist, wann das Grundstück überhaupt bebaut werden kann. Der Mann ist noch immer auf der Suche nach Alternativen. Dabei zeigt sich, den zugesicherten günstigen Kaufpreis wird er anderswo wohl nicht bekommen. Und auch das Haus muss er notfalls umplanen lassen. Schadensersatzansprüche gegenüber der Gemeinde möchte er aber nicht erheben: "Ich will nicht zu viele Fässer aufmachen und auch noch Anwaltskosten produzieren."

In der zweiten Septemberhälfte sollte alles klar sein.Ein enttäuschter Hausbauer über seine Erfahrung mit der Planung für Steinäcker II
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