Erfolg beflügelt Feuerdrachen

Zu Beginn einer jeden Gruppenstunde bilden die Kinder einen Kreis für ihren Begrüßungsspruch. So auch am Sonntag in der Mehrzweckhalle.
Vermischtes
Immenreuth
06.12.2016
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Die Feuerdrachen unterstützen den Weihnachtstrucker der Johanniter. Über 1000 Euro sind die Päckchen wert, die von den "Drachenbändigern" (von links) Steffi Danzer, Monika Prechtl, Daniel Scharf, Tanja Scheitler, Ramona Brunner, Stephan Schlicht und Alexander Danzer demnächst übergeben werden. Bilder: bkr (2)

Zuerst Skepsis, dann ein Riesenerfolg. Die Gründung einer Kinderfeuerwehr vor neun Monaten begleiten Zweifel. "Vielleicht wird es nichts", gesteht Alexander Danzer damals gegenüber dem "Neuen Tag" ein. Er und sein sechsköpfiges Team sprechen zum Jahresausklang nun aber von einem überwältigen- den Erfolg.

Die Feuerdrachen, so nennt sich der jüngste Nachwuchs, war eine schwere Geburt. "Aber wenn ein Kind dann schön ist, ist es um so schöner", begeisterte Danzer eine volle Mehrzweckhalle. Sieben Drachenbändiger halten nun 53 kleine Feuerdrachen im Zaum. Auf der Warteliste stehen noch mehr Mädchen und Buben, die auch zu Feuerdrachen werden wollen. Aber: "Mehr ist nicht zu leisten", bedauerte das Team.

Spende noch vor Gründung

Für die Erfolgsgeschichte hat auch Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther Feuer gefangen. Er hob besonders hervor, dass es den Ortsfeuerwehren Immenreuth, Punreuth und Ahornberg gelungen sei, die Nachwuchsgruppe ins Leben zu rufen. Nicht ganz unschuldig daran ist Rektorin Gudrun Lehner. Sie ermöglichte es den Feuerwehren, ihre umfangreichen Aufgaben in der Schule vorzustellen. Noch bevor die Feuerdrachen ins Leben gerufen waren, spendete sie als erste für die neue Gruppe. Eine unwahrscheinliche Resonanz erzeugte ein nachfolgender Spendenaufruf, berichtete Alexander Danzer. Die Wehren seien nicht irgendein Verein, sondern Menschen, die da sind, wenn jemand Hilfe braucht.

Das beflügelt auch die Kinder. Ihre Hilfsbereitschaft bekundeten die 53 Mädchen und Buben in ihrem Begrüßungslied mit: "Zu helfen sind wir stets bereit, bei Tag und Nacht und jederzeit." Zur Feierstunde hieß "Drachenbändiger" Stephan Schlicht neben Braunreuther auch Kreisbrandmeister Florian Braunreuther, Geschwister, Eltern und Großeltern sowie die Abordnungen der drei Wehren willkommen. Entschuldigt hatte sich die Gemeinde.

Kinder als Vorbild

Die zurückliegenden Monate bezeichnete Alexander Danzer als sehr lebendig. Das spürten auch die Eltern. Sie lernten zwischenzeitlich, Knoten zu machen oder installierten überall Rauchmelder. Die Kinder wissen auch, was eine Rettungsgasse auf der Autobahn ist. Ein Feuerdrache konnte eine Fahrerin zum richtigen Verhalten anhalten, berichtete Danzer stolz. Immer wieder werde das Absetzen eines Notrufs geübt. Einen Appell hob sich der Redner für den Schluss auf. Die Eltern sollten sich entflammen lassen und sagen: "Ich mache mein Kinde stolz und gehe auch zur Feuerwehr."

Kreisbrandinspektor Braunreuther steht ganz hinter der Sache. "Wir sind keine Einzelkämpfer, wir sind eine Gemeinschaft." Die Feuerdrachen der Gemeinde seien etwas Besonderes, denn drei kommunale Feuerwehren schlossen sich zusammen und riefen die Kinderfeuerwehr ins Leben, die im Verhältnis zur Bevölkerung in Bayern einmalig sein dürfte.

Was die Brandschützer von morgen alles machen, hielten eine Fotogalerie und ein -album fest. Die Dokumentation wird demnächst durch Bilder von der Spendenaktion für den Weihnachtstrucker der Johanniter ergänzt. In Zusammenarbeit mit dem Lebensmittelgeschäft Bauer konnten über 40 Pakete für die Ärmsten in Europa im Wert von 1000 Euro bestückt werden und gehen in den nächsten Tagen auf die Reise.

Die ansonsten so quicklebendigen Feuerdrachen verstummten augenblicklich, als der Nikolaus und Knecht Ruprecht in die Mehrzweckhalle kamen. Sie brachten kleine Geschenke mit. Darunter eine Taschenlampe mit eingraviertem Logo der Feuerdrachen.
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