26.02.2018 - 20:00 Uhr
Immenreuth

Fastenpredigt: Pressather Pfarrer Edmund Prechtl appelliert, sich von froher Botschaft ... "Christen sind Anfangsmenschen"

"Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute ist Zeit, etwas Neues zu beginnen. Fangen wir heute damit an." Dazu forderte Pfarrer Edmund Prechtl die Gläubigen in der Pfarrkirche Herz Jesu auf. Der Geistliche aus Pressath hielt dort auf Einladung des Pfarrgemeinderats die erste von zwei Fastenpredigten.

"Wir haben die weltbeste Botschaft zu verkünden." Zitat: Pfarrer Edmund Prechtl
von Anita Reichenberger Kontakt Profil

Es sei ein "ungeheures, großes Geschenk", immer wieder neu anfangen zu dürfen, betonte Prechtl. "Totschlagargumente" - wie "das war noch nie so", "wo kämen wir denn da hin" oder "alles soll so bleiben, wie es ist" - ließ er deshalb nicht gelten. Wer so rede, sei ein "Totengräber der Zukunft". Doch "als Christen sind wir Anfangsmenschen".

Von Beispielen dafür erzählten Lesung und Evangelium: von Abraham, der auf Geheiß Gottes hin auswanderte, von den Aposteln, die ohne zu zögern von Fischern zu "Menschenfischern" wurden. Die Geschichte des Christentums sei voll von solchen Menschen, machte der Geistliche deutlich. Diese großen Persönlichkeiten der Kirche "waren nicht selten Verrückte - heute sagt man Heilige - und wurden misstrauisch beäugt", sagte er etwa mit Blick auf Franz von Assisi, Adolph Kolping, Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler und Don Bosco.

Immer wieder stehe die Kirche vor großen Herausforderungen - auch heute: Der Wandel in den Pfarrgemeinden "wird nicht alles gewesen sein", merkte Prechtl an. "Der Glaube bedeutet offensichtlich vielen Menschen immer weniger", das Glaubenswissen sei "manchmal schon katastrophal".

Einen Priestermangel sah er dagegen nicht - zumindest nicht, solange noch eine Messe für 10 bis 20 Gläubige gefeiert werden könne. Der Pfarrer sprach vielmehr von einem "Gläubigenmangel". Dabei sei jeder für die Glaubensverkündigung verantwortlich: "Jeder von uns ist Pfarrgemeinde." Der Geistliche appellierte an die Zuhörer, "als Christen zusammenzufinden und den Glauben zu bezeugen": "Feiern wir wirklich; wir haben die frohe Botschaft zu verkünden." Die Fastenzeit lade ein, sich von dieser anstecken zu lassen.

Wie dies konkret aussehen kann, verdeutlichte Prechtl ebenfalls: "Mit offenen Augen durch die Welt gehen, wahrnehmen, was geschieht", und sich einsetzen. Denn: "Was um uns passiert, geht mich etwas an." Kleinkariertem Denken erteilte er deshalb eine Absage: "Heute ist es mehr denn je nötig, über den Tellerrand zu schauen." Wenn "wir beim Wir beginnen", könne dies das eigene Herz verändern. Der Pfarrer bat die Gläubigen, den Mut dazu zu haben: "Wir haben die weltbeste Botschaft zu verkünden. Gott traut uns das zu."

Pfarrvikar Dr. Justin Kishimbe dankte dem Gast aus Pressath für seine Gedanken und Anregungen. Der Kirchenchor gestaltete die Messe musikalisch mit neuen geistlichen Liedern und Gospels. Am Freitag, 9. März, folgt die zweite Fastenpredigt. Pfarrer Michael Hirmer aus Teublitz spricht dann im Gottesdienst um 19 Uhr zum Thema "Umkehr kann Wunder wirken".

Wir haben die weltbeste Botschaft zu verkünden.Pfarrer Edmund Prechtl

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