26.06.2017 - 20:00 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Humor und Freude in der Kirche - KAB-Vortrag vor 30 Zuhörern Gott als Quelle der Freude

Hat Gott eigentlich Humor? Mit dieser Frage befasste sich Pastoralreferent Johannes Geiger beim KAB-Vortrag und fordert seine Zuhörer dazu auf, das Leben humorvoll anzugehen.

Mit urbayerischer Ruhe und Gelassenheit referierte Johannes Geiger im Pfarrheim zum Thema Humor in der Bibel. Bild: MEZ
von Roman MelznerProfil

(mez) Pastoralreferent Johannes Geiger aus Marktredwitz referierte zum Thema "Es ist besser zu lachen, als sich zu ärgern - Humor und Freude in der Bibel". Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament gibt es Beispiele von Humor in der Bibel. Doch da die Bibel vor rund zweitausend Jahren niedergeschrieben wurde, fehlt das Wissen, um die Pointe zu verstehen. Die Kirche selbst hat sich aber auch immer wieder schwergetan, Humor und Freude in der Bibel zu sehen.

Jesus feierte gerne

Geiger erinnerte an den alten ehemaligen Bibliothekar Jorge de Borges in Umberto' Eco's Roman "Der Name der Rose". Dieser verbot das Lachen, da es die Angst zerstört und somit auch die Gottesfürchtigkeit des Menschen. Dabei werde die Bibel und gerade das Evangelium als Frohbotschaft bezeichnet. Wer die Heilige Schrift aufmerksam lese und die entsprechenden Stellen für sich selbst hinterfrage, werde sehen, dass da zwar keine Witze oder amüsante Geschichten stehen, aber durchaus Humor und Freude dahintersteckten. Auch Jesus selbst war für das Feiern bekannt. Das sei immer wieder nachzulesen. "Nur weil sein Humor nicht ausdrücklich in der Bibel steht, heißt das noch lange nicht, dass er kein humorvoller Mensch war", sagte der Geschäftsführende Bildungsreferent der Katholischen Erwachsenenbildung Wunsiedel. Der Redner forderte dazu auf, dass Leben humorvoll anzugehen, auch wenn es nicht immer leicht sei. "Wer nur ständig den Glauben verfolgt, maßt sich an, gottähnlich zu werden. Wer aber nur lacht, verfällt leicht der Sünde, zynisch zu werden", gab er zu bedenken-

Freude steht für Hoffnung

Eine gesunde Balance zwischen Glauben und Humor bei gleichzeitiger Ehrfurcht vor Gott und seinen Mitmenschen kann dem täglichen Leben einen hohen Mehrwert und eine kerngesunde Richtung geben, empfahl Geiger. Gelassenheit und einen Schuss Gottvertrauen habe ebenso noch keinem geschadet. Als Quelle von Jesus Freude bezeichnete dieser selbst ja immer seinen Vater.

Auch auf das Sterben von Jesu ging der Theologe ein. Er verwendete dafür zwei Bilder, die Jesu am Kreuz zeigen und erinnerte an ehrenamtliche Helfer in der Hospiz. Er selbst kenne fast keine froheren Menschen, als diese Personen, die dem Tod fast täglich begegnen, da sie anscheinend die Angst vor ihm irgendwann verloren haben. Der Humor gehöre zum Kern des Lebens und somit auch zu einem jeden Christen, schloss Geiger seinen einfühlsamen, aber auch immer wieder humorvollen Vortrag. "Die Freude und der Humor ist ein Zeugnis für Hoffnung, Überzeugung und Gottvertrauen."

Bibel mit Humor

Die Schöpfungsgeschichte in der Bibel schrieb Johannes Geiger bei seinem Vortrag immer wieder um. Mittels mehrerer Anekdoten und Witzen schmunzelnd und mit Bedacht zeigte er, dass Kirche nicht immer so star und verkrustet sein muss. So berichtete der Geistliche beispielsweise von einem achten Schöpfungstag. Gott habe da die Dialekte verteilt. Alle Völker auf der Erde bekamen ihren eigenen. Der Herrgott verteilte großzügig, aber auch mit Bedacht an die Österreicher, Ostfriesen oder die Sachsen. Am Ende stand nur noch der Bayer vor dem Herrgott und der liebe Gott hatte leider keinen einzigen Dialekt mehr übrig - "Macht nix!", sagte Gott zu dem Mann und klopfte ihm anerkennend auf die Schulter, "dann red'st halt' wia i!". (mez)

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