26.03.2018 - 16:00 Uhr
Immenreuth

Jagdgenossenschaft gegen Rückabwicklung Oberfranken wollen Poppenberg nicht mehr

Ahornberg. Gegen ihren Willen mussten die Ahornberger Jagdgenossen 1985 den Poppenberg abgeben. Die Lienlaser Jagdgenossen wollen die 57 Hektar nun wieder loswerden, aber die Ahornberger nehmen sie nicht mehr zurück.

Auf dem Poppenberg hatten die Wildschweine bis 2014 ein Paradies. Erst nach massivem Protest wurde eine Kanzel auf- und den Schwarzkitteln nachgestellt. Jetzt bestehen oberfränkische Bestrebungen die 57 Hektar wieder an die Oberpfalz zurückzugeben. Bild: bkr
von Bernhard KreuzerProfil

Aus jagdrechtlichen Gründen wurde die 57 Hektar große Enklave den Franken zugeschlagen. Das Areal ist von Flächen der Jagdgenossenschaft Lienlas und des Bayerischen Staatsforsts eingeschlossen, von Herzogshut aus ist es nur über eine 350 Meter lange Straße erreichbar. Deshalb wurde Poppenberg gegen den Willen der Ahornberger der oberfränkischen Jagdgenossenschaft Lienlas zugeschlagen. Jetzt soll die Fläche zurückgegliedert werden. Die Ahornberger Jagdgenossen wollen sie aber nicht mehr haben.

Über die Gründe für die Rückgabe wird geschwiegen. Wie Jagdvorsteher Walter Schlicht bei der Versammlung am Samstag berichtete, liege eine Anfrage aus dem Landratsamt Bayreuth in Tirschenreuth. Schon im Dezember habe sich der Vorstand zu dem Ansinnen negativ geäußert. Schlicht wundert sich, dass die Anfrage keine Begründung enthielt und auch der Antragsteller nicht ersichtlich war.

Die Jagdgenossen hegen den Verdacht, der zur Gemeinde Immenreuth gehörende Poppenberg soll zurück zum Jagdsprengel Ahornberg, weil die Wildschäden überhand nehmen. Ein Argument für die Umgliederung war 1985 auch, eine Ruhe- und Wildschutzzone auf der 760 Meter hohen Fläche schaffen zu wollen. Nach der Umgliederung nach Lienlas reichte der Jagdpächter, ein Rechtsanwalt aus Bayreuth, einen Bauantrag für eine großzügige Wildschutzhütte ein, um Wildfutter einzulagern. Den Antrag lehnte der Immenreuther Gemeinderat ab, auch weil man dahinter eher eine Jagdhütte oder ein Wochenendhaus vermutete. Die Schutzzone muss sich nun wohl zu gut entwickelt haben.

2014 führte dies zu heftigem Protest des Poppenberger Landwirts. Die Wildsäue wühlten sich durch seine Flächen, weil keiner sie bejagte."Seit 25 Jahren brach kein Schuss", beklagte er, ein Drittel der Getreide- und 50 Prozent der Kartoffelernte werde durch die Schweine regelmäßig vernichtet. "Ich habe sie in den Feldern schmatzen hören", sagte damals der Landwirt. "Ich habe jedes Jahr gepredigt, es hat nichts geholfen", klagte er Richtung Jagdpächter und -genossen. Zum Ausgleich wurden ihm 2014 1800 Euro von der Jagdgenossenschaft angeboten. Er forderte aber, dass "geschossen, und nicht gezahlt werden muss". "Wenn wir den Poppenberg zurücknehmen, können wir unseren Jagdpachtschilling gleich dorthin tragen", stellten die Jagdgenossen am Samstag fest.

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