06.04.2018 - 15:40 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Sanierung des Friedhofs Immenreuth Aufregung um Ort der Ruhe

Die noch nicht abgeschlossenen Sanierungsarbeiten am Friedhof in Immenreuth sorgen immer wieder für Kritik. Amtierender Bürgermeister Josef Hecht will das Problem angehen.

Wer nicht gut zu Fuß ist, hat ein Problem, um zum Grab eines Angehörigen zu kommen. Durch den neu angelegten Weg beträgt der Höhenunterschied zwischen Einreiher und Unterkante Grabeinfassung rund 15 Zentimeter, an manchen Stellen sogar etwas mehr. Bild: bkr
von Martin Maier Kontakt Profil

"Es wird gemotzt und viele regen sich über den Friedhof auf, aber keiner will sein Gesicht zeigen", erklärt Helene Murr. Daher gehe sie jetzt an die Öffentlichkeit. Besonders kritisiert sie die Höhenunterschiede zwischen den Gräbern und den neuen Wegen auf dem Gottesacker. Die Immenreutherin habe auch schon im Rathaus vorgesprochen und sich bei einem Gemeinderat beschwert. Allerdings bisher ohne Erfolg.

"Die neue Gestaltung des Friedhofs haben Männer beschlossen, die von Grabpflege keine Ahnung haben", echauffiert sich Murr. Dass die Drainagen nötig gewesen seien, sei ihr klar, da der Gottesacker immer sehr nass gewesen sei. Aber seit November sei nichts mehr geschehen. Den neuen Hauptweg bezeichnet sie als "Laufsteg ins Jenseits". Nicht verstehen kann sie, dass "unser grüner Friedhof kaputt gemacht wird". In diesem Zusammenhang spricht sie von einer Steinwüste.

Am meisten enttäuscht die Immenreutherin, dass die Bürger nicht informiert würden, wie die weiteren Planungen seien. "Man hängt total in der Luft. Und das ist nicht nur meine Meinung. Viele regen sich über dieses Vorgehen auf." Gut wäre, wenn die Kommune die Bevölkerung bei der Gestaltung mit einbeziehen würde. Sie favorisiere das Auffüllen der Flächen und einen Rollrasen, "aber so wie es momentan ist, geht es nicht". Der Gottesacker sei ihr eine Herzensangelegenheit. "Ich bin einfach sehr oft dort. Ein Friedhof sagt viel über einen Ort aus."

"Ich kenne die Situation. Wir wollen der Sache nachgehen. Das haben wir uns schon auf die Agenda geschrieben", erklärt Josef Hecht auf NT-Nachfrage. Es werde demnächst sicher eine Entscheidung fallen, welchen Weg die Kommune bei der Sanierung des Friedhofs einschlage. Daher treffe sich der Gemeinderat bei einem Vor-Ort-Termin am Donnerstag, 19. April, auf dem Gottesacker. "Wir haben einfach das Wetter abwarten müssen."

In der Gemeinderatssitzung im Mai werde das Gremium dann einen Beschluss fassen. In welche Richtung dieser geht, könne er noch nicht abschätzen: "Ich will dem auf keinen Fall vorgreifen." Bisher habe sich im Rathaus "keine Handvoll Bürger" über die Situation beschwert. Allerdings sei klar, dass auf dem Gelände etwas passieren müsse. "Der Friedhof muss für alle Besucher gut begehbar sein."

Wir haben einfach das Wetter abwarten müssen.Amtierender Bürgermeister Josef Hecht
Die neue Gestaltung des Friedhofs haben Männer beschlossen, die von Grabpflege keine Ahnung haben.Helene Murr

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