28.03.2018 - 20:00 Uhr
Immenreuth

VdK Immenreuth Armut macht krank

Deutliche Worte findet der kommissarische VdK-Kreisvorsitzende Georg Brand in der Jahreshauptversammlung des Ortsverbands Immenreuth. Dabei spricht er auch das Thema Altersarmut an.

"Der traurige Begleiter ist die Einsamkeit. Menschen ziehen sich zurück, wenn das Geld nur noch für das nötigste reicht." - Kreisvorsitzender des VdK, Georg Brand.
von Michael DenzProfil

Zu den Sozialrechtsgebieten wie Rente, Gesundheit, Behinderung und der Altersarmut kommen laut Brand die meisten Anfragen der Mitglieder. "Zu diesen Kernstücken wird der VdK wieder enormen Druck auf die Politik ausüben", versprach er.

Als größter Behindertenverband mache sich der VdK besonders auch für die Barrierefreiheit sowie die Teilhabe behinderter Menschen am öffentlichen Leben stark. "Vielen Menschen wird erst im Pflegefall klar, dass sich die Pflegeversicherung nur an den reinen Pflegekosten beteiligt." Alle weiteren Kosten müsse man selbst schultern "und die Rente dafür hernehmen". Deshalb solle der Freistaat mit einspringen und Fördertöpfe beschließen.

Die Altersarmut sei laut dem Kreisvorsitzenden mit 21,9 Prozent äußerst hoch. "Experten gehen davon aus, dass 60 Prozent der Anspruchsberechtigen keinen Antrag auf Grundsicherung stellen." Die Gründe seien reine Unwissenheit, aber vor allem auch Scham. Armut führe zur Krankheit.

"Wer weniger Geld hat, muss sparen, wo es geht. Das geht dann auf Kosten der Gesundheit." Die von Armut betroffenen Menschen würden nicht nur an Heizung, Wasser und Strom sparen, sondern auch an Lebensmitteln und Medikamenten.

Zudem fordere der VdK einheitliche Kosten bei einem Arztbesuch, sowie die gleiche Aufteilung hinsichtlich der Krankenversicherung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. "Jedes fünfte Kind in Deutschland wächst in armen Verhältnissen auf", erklärte Brand. Ein stabiles Einkommen sei eine wichtige Voraussetzung, um Armut zu vermeiden und Sicherheit in Familien zu schaffen.

"Der traurige Begleiter ist die Einsamkeit. Menschen ziehen sich zurück, wenn das Geld nur noch für das nötigste reicht. Am Leben wirklich teilzuhaben ist für viele dann nicht mehr drin. Man verkümmert einfach." Bei Fragen oder Problemen sollen sich Hilfesuchende vom Kreisgeschäftsführer Harald Gresik und den Mitarbeiterinnen beraten lassen.

Ehrungen

Auf 495 Jahre Treue zum VdK Immenreuth bringen es 28 Mitglieder. Für 10 Jahre Mitgliedschaft gab es für Hedwig Wörl, Michale Siebeneichner, Ute Bauer, Gerhard Scherm, Petra Leonhard-Hebrich und Irmgard Eisner die Ehrenurkunde und die Treuenadel in Silber.

Seit 15 Jahren sind Irene Zeitler, Reinhard Dötterl, Georg Buchbinder, Hubert Scherm, Anita Wiedl, Reinhard Gärtner und Josef Busch dabei. Die Treuenadel in Gold und die Ehrenurkunde für 20 Jahre erhielten Hubert Böck, Alfons Wurm, Ralf Menzel, Josef Bayer, Erwin Veigl, Maria Veigl, Gerhard Schmidt, Martin Weber, Annemarie Ekart und Josef Popp. Auf 25 Jahre bringen es Maria Kreuzer, Hans Heser, Rosina Moller und Luise-Lotte Busch. Anna Dötterl ist seit 30 Jahren beim VdK. (mde)

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