06.10.2017 - 19:10 Uhr
ImmenreuthOberpfalz

Wieder Streit in Immenreuth Arbeitsgericht statt Kinderhaus

Die Leiterin des Immenreuther Kinderhauses wehrt sich erneut gegen ihren Arbeitgeber. 2016 musste der die Kündigung zurücknehmen. Am Donnerstag geht es vor dem Arbeitsgericht um eine Abmahnung. Fragen wirft zudem der Schließtag auf, den die Kirchenstiftung für den Tag angekündigt hat.

von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Die 45-jährige Leiterin des Kinderhauses Herz-Jesu geht beim Arbeitsgericht gegen eine Abmahnung der katholischen Kirchenstiftung vor. Außerdem will sie überprüft wissen, ob der Arbeitgeber rechtens handelte, als er ihr Anfang des Jahres eine gleichberechtigte Leitung zur Seite stellte.

Im Vorjahr hatte der Kindergarten für Aufsehen gesorgt, als die Kirchenstiftung der Leiterin zunächst kündigte, die Frau dann wieder einstellen musste. Eine Schlichtungsstelle des Bistums hatte festgestellt, dass die Gründe für die Kündigung unhaltbar waren. Die Frau kehrte auf ihren Posten zurück, noch bevor das Arbeitsgericht tatsächlich voll und ganz in ihrem Sinne entschied.

Lange gehalten hat der Frieden nicht. Anfang 2017 erhielt die 45-Jährige eine Abmahnung, weil sie einer Mitarbeiterin geraten haben soll, sich an die Arbeitsagentur zu wenden, weil ihr Arbeitsvertrag nicht verlängert werde. Damit habe sie ihre Kompetenz überschritten. So begründete der Anwalt der Kirchenstiftung beim Gütetermin im Juli die Abmahnung. Die Kindergartenleiterin bestreitet den Vorwurf. Der Richter wies darauf hin, dass die Beschuldigte vor der Abmahnung nicht angehört wurde. Dies sei vor einem solchen Schritt üblich. Das selbe gelte bei der Berufung der zweiten Leiterin. Die Klägerin habe 2013 einen Arbeitsvertrag als "alleinige Leiterin bis auf Weiteres" unterschrieben. Deshalb bedürfe die Organisationsentscheidung ihrer Zustimmung. Weil es keine Einigung gab, treffen sich beide Seiten nun zur Verhandlung.

Nichts los ist am Donnerstag im Kindergarten. Die Internetseite weißt die Eltern auf einen Schließtag hin. Die abgemahnte Leiterin sagt, sie kenne den Grund dafür nicht. "Mir wurde dazu nichts mitgeteilt." Pfarrer Markus Bruckner habe gegenüber ihr und dem Kindergarten-Geschäftsführer Christian Maier von der Caritas geäußert, das Kinderhaus bleibe auf Wunsch von Bürgermeister Heinz Lorenz geschlossen.

Unter den Eltern macht nun das Gerücht die Runde, so soll es den Mitarbeitern ermöglicht werden, die Verhandlung der Chefin zu verfolgen. Dies dementiert Heinz Lorenz auf Nachfrage. Tatsächlich sei die Schließung aus personellen Überlegungen nötig, die nichts mit dem Termin beim Arbeitsgericht zu tun haben. Die Entscheidung habe die Kirchenverwaltung als Ganzes getroffen. Diesem Gremium gehört der Bürgermeister "seit 2014 oder 2015" an, damals sei er als zusätzliches Mitglied berufen worden. Bei der Wahl 2012 hatte er keine Rolle gespielt.

Zu den Hintergründen der Abmahnung will sich Lorenz nicht äußern. Die Kindergartenleiterin sagt, sie hoffe, dass sie nach der Verhandlung in Ruhe für die Kinder arbeiten kann. "Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen. Ich habe den Kindergarten mit aufgebaut. Mein Herz hängt daran." Nicht äußern will sich Pfarrer Markus Bruckner. Er verweist auf den Geschäftsführer, der am Freitagnachmittag nicht zu erreichen war.

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