13.09.2008 - 00:00 Uhr
IrchenriethOberpfalz

Ferienaktion des Familienentlastenden Dienstes: Rolli-Fahrer schlafen im Heu

Zwei Tage auf dem Bauernhof mit vollem Programm vom Tiere füttern über Lagerfeuer bis zum Übernachten im Heu war wie ein intensiver Traum für die Kinder aus dem Heilpädagogischen Zentrum.

von Ernst FrischholzProfil

Mit 14 Mädchen und Buben zog der Familienentlastende Dienst (FED) auf den "Gursenhof" in Woppenrieth. "Es ist nicht so einfach, da eben nur mal hinzufahren und die Kinder toben lassen", berichtet FED-Leiterin Martina Grüner. Die Rahmenbedingungen auf dem Hof nennt sie ideal. Hildegard Beimler und Ehemann Josef, zugleich Bürgermeister von Waldthurn, boten den Kindern eine Oase der Freude.

"Die positive Einstellung der Hofbesitzer ist entscheidend", sagt Grüner. Die Kinder können nichts mit einem Bürgermeister anfangen, wohl aber mit der Person von Bauer Josef. Er macht Spaß mit den Mädchen und Buben. Am großen Tisch vor dem Haus umschwärmen sie ihn. Am Abend brutzelt Ehefrau Hildegard Dotsch mit Apfelmus und versucht, alle Wünsche zu erfüllen.

Lagerfeuer im Hof

Das Lagerfeuer mitten im Hof ist ein Erlebnis. "Die Kinder könnten sich auf dem Hof frei bewegen." Ganz wichtig sei, dass gerade Kinder mit Behinderung ihre Umgebung anfassen könnten. Das dürfen sie bei den Beimlers. Ein Spielplatz mit Geräten im Hofraum ist auch noch da.
Acht Betreuer, allesamt Frauen als Honorarkräfte aus Pflege- und Sozialberufen, kümmern sich den ganzen Tag und natürlich nachts um die Kinder. Viel gespannte Aufregung gibt es um das Heulager für die Nacht, für alle ist es eine Riesengaudi. Die Betreuerinnen schlafen mit im Heu in den Schlafsäcken. Schließlich wollen sie sichum ihre Schützlinge, von denen drei im Rollstuhl sitzen, auch nachts kümmern.

Manche Kinder müssen im Schlaf umgedreht, andere in Abständen auf die Toilette gebracht werden. Ausgelotet wurde zuvor auch, ob die Mädchen und Buben das Heu vertragen.

Aufwendige Aktion

"Diese Ferienaktion ist das aufwendigste, was wir in diesem Jahr anbieten konnten", bekennt die FED-Leiterin. Die Nachfrage übertraf die Möglichkeiten. In den Wochen zuvor organisierte sie für das Ferienprogramm eine Kutschfahrt in Irchenrieth, einen Besuch im Freilandmuseum in Perschen und eine Fahrt mit dem Zug nach Nürnberg in die "Erlebniswelt der Sinne". Nicht immer hätten Eltern alleine die Möglichkeit, ihren behinderten Kindern derartiges zu ermöglichen.

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