04.09.2014 - 00:00 Uhr
IrchenriethOberpfalz

Gemeinde will Baugebiet mit 47 Plätzen ausweisen - Mehr Fläche auch für das HPZ Irchenrieth braucht Platz

Die Gemeinde weist 3,1 Hektar als Sonderbaufläche zur Erweiterung des Heilpädagogischen Zentrums (HPZ) sowie 3,6 Hektar als Baugebiet "Irchenrieth Süd-West" mit 47 Parzellen aus. Die Baubehörde am Landratsamt zweifelt die Notwendigkeit an, was Bürgermeister Josef Hammer aber mit Zahlen widerlegt. Ein Landwirt sieht sich durch das neue Baugebiet langfristig in seiner Existenz gefährdet.

von Ernst FrischholzProfil

Notwendig für beide Vorhaben ist zunächst einmal die Änderung des Flächennutzungs- sowie die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans. Beides ist erfolgt und wurde in einer ersten Auslegung den Trägern öffentlicher Belange sowie der Öffentlichkeit vorgestellt. Alle hatten die Möglichkeit, Anregungen oder Einwände vorzubringen. 24 an der Zahl lagen dem Gemeinderat zum Abarbeiten vor. Wenig bis gar nichts kam zur Sonderbaufläche HPZ. Auf der Erweiterungsfläche soll auch das Kinderhaus entstehen.

Bei der Ergänzung des Flächennutzungsplanes mit dem neuen Baugebiet "Irchenrieth Süd-West" signalisiert die Regierung der Oberpfalz Zustimmung. Dagegen bezweifelt die Landkreisbehörde die Notwendigkeit von weiteren 47 Bauplätzen trotz der Anmerkung, "dass Irchenrieth wie keine andere Gemeinde im Landkreis wächst".

Nicht mehr viel übrig

Dies belegte Bürgermeister Hammer dahingehend, dass die Kommune noch im Eigentum von nur einem Bauplatz jeweils im Baugebiet "Süd I" und "Süd III" ist. Beide sind bereits reserviert. Im Baugebiet "Am Hennenbach" habe man noch elf Bauparzellen, von denen vier bereits vorgemerkt sind. Die Nachfrage nach Bauland sei ungebrochen, weil nämlich auf dem in Planung stehenden Baugebiet "Süd-West" bereits im Vorfeld sieben Plätze reserviert sind.

Zwei Einwände lagen auch von Irchenriether Bürgern vor. Markus Forster ist 2009 mit seinem Milchviehstall vom Ort aus an die Straße nach Zeißau ausgesiedelt. Das neu geplante Baugebiet liegt 240 Meter entfernt. Forster befürchtet Klagen und Beschwerden wegen Geruch oder Lärm, wie dies vielerorts der Fall sei. So sieht er langfristig seine Existenzgrundlage gefährdet.

Vonseiten des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten war in den Anregungen auf den Bestandsschutz des Bauernhofs hingewiesen worden. Der Gemeinderat war einstimmig der Auffassung, dass das Anwesen Bestandssicherung genieße und die Entfernung von 240 Metern ausreichend sei. Eine Existenzgefährdung sei deshalb nicht erkennbar.

Nachbar Josef Schwägerl befürchtet eine Beeinträchtigung der Drainagen auf seinem Grundstück. Hier wurde auch einstimmig im Beschluss verankert, dass der Abfluss gewährleistet sei. Zudem könne an den neuen Regenwasserkanal angeschlossen werden, was eine Verbesserung bedeute. Abgehandelt wurden im Bebauungsplan auch Einwendungen bezüglich der möglichen Bebauung. Für den Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan fasste der Gemeinderat einstimmig den Billigungs- und Auslegungsbeschluss, so dass nun die zweite Auslegung erfolgen kann.

Krippe im September

Ab September 2015 soll Irchenrieth eine Kinderkrippe haben. Der Bauplan der Katholischen Kirchenstiftung Sankt Ulrich Michldorf liegt vor. Es ist ein Anbau mit Flachdach an den Kindergarten zum Jugendzentrum hin. Vorgesehen sind Gruppen-, Wasch-, Ruhe- und Intensivräume. Hammer erläuterte, dass das Raumprogramm mit der Diözese Regensburg und dem Jugendamt abgesprochen ist. Der Bauantrag wurde ebenso abgesegnet wie der von Sonja und Martin Fechner für ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage.

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