Gemeinde Irchenrieth stellt Bebauungsplan mit 37 Parzellen auf
Landwirt stinkig auf Gärten III

Tadel, der aber zugleich Lob war, gab es vom Nikolaus im Gemeinderat
Politik
Irchenrieth
07.12.2017
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Starke Worte vom Nikolaus und heftige Bedenken eines Landwirts wegen des neuen Baugebietes "Hinter den Gärten III" prägen die Sitzung des Gemeinderats. Bild: fz

Die Gemeinde trifft mit ihrem Bebauungsplan "Hinter den Gärten III" auf heftigen Widerstand eines benachbarten Landwirts. Verärgert ist auch der Nikolaus. Darum taucht er unverhofft im Gemeinderat auf.

Nachdem die Geschenke verteilt waren, ging es im Rat zur Sache. Thema war der Bebauungsplan "Hinter den Gärten III". Alle 37 Parzellen auf dem 3,3 Hektar großen Areal seien reserviert, verdeutlichte Bürgermeister Josef Hammer den Bedarf. "Fünf Bauwerber stehen auf der Warteliste." Hammer will den Bebauungsplan nach Paragraph 13 b des Baugesetzbuchs in einem vereinfachten Verfahren durchziehen (wir berichteten). Darin sei weder eine Prüfung der Umweltverträglichkeit, noch die Ausweisung von Ausgleichsflächen erforderlich. Dies sei hier nicht anwendbar, meinte der Kreisbaumeister. Die Regierung steht hinter dem Vorhaben.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten verweist auf Probleme wegen der Emissionen von einem landwirtschaftlichen Betrieb, erkennt aber das vorliegende Geruchsgutachten an. Ganz anders ein Landwirt, dessen Anwalt ein 37-seitiges Schreiben verfasst hat. Der Landwirt war vor neun Jahren ausgesiedelt, weil er im Dorf nicht expandieren konnte. Nun werde ihm auch hier die Erweiterungsmöglichkeit genommen. Die Aussiedlung vor neun Jahren hätte sicherlich mit dem jetzt beabsichtigten Gebäudekomplex keine Zustimmung gefunden, lautet die Antwort der Gemeinde. Hammer stellte heraus, dass eine mögliche Betriebserweiterung bei Einhaltung der gesetzlichen Bestimmung nicht verhindert werde. Dies sei in westlicher Richtung möglich.

Zum Geruchsgutachten schreibt der Anwalt, dass für einige Parzellen am Rande des Baugebiets der Grenzwert von 10 Prozent überschritten werde. Laut Kommune liege dies im gesetzlichen Rahmen. Im Übergang zum Außenbereich seien 12 bis 15 Prozent möglich. Der Anwalt kündigt abschließend ein Normenkontrollverfahren an.

Nach zwei Stunden Stellungnahmen und Erwiderungen fasste der Gemeinderat einstimmig den Satzungsbeschluss für das Baugebiet. Außerdem wird der Bebauungsplan in den Flächennutzungsplan aufgenommen.

Nikolaus reimt zu Bauboom und KinderBürgermeister Josef Hammer hatte gerade die Sitzung eröffnet, als die Tür aufging und der Nikolaus samt Krampus hereinstiefelte. Irchenrieth werde ihm zur Stadt, weil das Dorf so viele Häuser habe. Wegen der vielen Kinder sei er überfordert. "Könnt ihr auch mal ruh'n, damit ich nicht so viel hab zu tun?", fragte er die Gemeinderäte. Dann schwenkt er um, weil er Kinder mag. "Macht mir keine Pause", denn Kinder brauchen ein zu Hause", forderte er die Ausweisung von weiterem Bauland.

Werner Härtl drängte der heilige Mann, Straße, Wasser und Kanal zu planen. "Lass deinem Stift freien Lauf und plane weiter fröhlich auf." Claudia Meier redete er ins Gewissen, aus ihrer Weinkiste doch mal einen Tropfen für die Kollegen mitzubringen - weil es sich dann leichter diskutiert. "Erst ein Feuerwehrhaus und jetzt ein Kinderhaus, was soll als erstes fertig werden, das frag' ich mich hier auf Erden." Das ging an Architekt Roland Pflaum. Zweiten Bürgermeister Reinhold Gilch, zugleich DJK-Vorsitzender, drängte er, seine Beine zu heben, damit die DJK aus dem Tabellenkeller kommt. (fz)
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