Landwirtschaftsminilster Helmut Brunner auf Einlandung von CSU-MdB Albert Rupprecht in der Region
Die Gesellschaft braucht Landwirtschaft und die hat Zukunft

Europaagebgordneter und agrarpoilitscher Sprecher Albert Deß. MdB Albert Rupprecht, Landwirtschaftsminister Hubert Brunner, Kreisbäuerin Josefine Kick und die BBV-Kreisobmänner Josef Fütterer und Ely Eibisch (von links) im Dialog mit den Landwirten
Politik
Irchenrieth
03.09.2017
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"Menge ist nicht alles." Zitat: Landwirtschaftsminister Helmut Brunner

Bayerische Minister sind derzeit in der Region gern gesehene Gäste. Nach Innenminister Joachim Hermann, der den Sicherheitsaspekt in den Vordergrund stellte, beackert Landwirtschaftsminister Helmut Brunner das Feld mit den Landwirten.

Von Großkundgebung üblicher Art keine Spur im Sportheim der DJK in Irchenrieth: Es waren hauptsächlich Landwirte aus der Region, die sich trauten, dem Minister mal zu widersprechen. Und als Bauer nahm Staatsminister Brunner nahm den Dialog mit seinen Berufskollegen an. Bundestagsabgeordneter Albert Ruppert wies als Initiator darauf hin, dass die CSU vor der Wahl ihre Pragmatik schärft, und da sei die Landwirtschaft in Bayern in der Landesgruppe in Berlin als Thema gesetzt. Er wisse, dass Bauern kritisch sind. Deshalb habe er diesen Nachmittag mit dem "obersten Bauern Bayerns" organisiert.

Es war kein Aufzählen von Floskeln. Brunner umschrieb seinen 45-minütigen Vortrag mit: "Zukunft der Landwirtschaft - Blick über den Tellerrand". Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft seien viele flexible Ansätze notwendig, um auf Herausforderung wie Klimawandel, technologischen Fortschrift, schwindende Erzeugerflächen oder Urbanisierung reagieren zu können. Die Landwirtschaft habe eine Schlüsselfunktion. Ihr Problem seien der Markt, die Bürokratie und auch die öffentliche Diskussion, in der die "Urproduzenten" in einen Topf mit fehlerhafter Verarbeitung geworfen würden. "Menge ist nicht alles", lautete der Appell an die Erzeuger. Dabei zeigte der Landwirtschaftsminister auch Alternativen auf. Ein herausragendes Beispiel sei für ihn eine gelernte Kindergärtnerin, die auf ihrem Hof gemeinsam mit der Kommune einen Kindergarten eingerichtet hat.

Die 90-minütige Diskussion eröffnete Hans-Peter Lang von der Waldbesitzervereinigung Eslarn/Vohenstrauß. Mit den Sturmschäden in Niederbayern verfalle der Holzpreis. Zur Stabilisierung würden sich die Staatsforsten wohl heuer zurückhalten. Nächstes Jahr sollten sie wieder in die Vollen gehen. Brunner antwortete, dass die Staatsforsten wohl Verträge einhalten müssen. Mit dem diesjährigen Aussetzen werde man nichts nachholen, um den Markt stabil zu halten. Den "Brotbaum Fichte", wie in Reinhard Wiesent bezeichnete, wolle er als Minister nicht zusätzlich fördern.

Ein Öko-Landwirt aus Rupprechtsreuth sprach an, dass die Förderung für seine Photovoltaikanlagen in den nächsten Jahren ausläuft. Er wollte wissen, was danach komme. Die Anlage habe sich nach 20 Jahren ja rentiert, so Brunner. Es werde sich weiter lohnen, wenn auch nur mit einem wesentlichen geringeren Einspeisepreis, stellte der Minister fest. Zum Thema Landverbrauch meinte er, dass dies ein zweischneidiges Schwert sei, schließlich würden Regionen neue Straßen fordern, Kommunen brauchen Ortsumgehungen und Gemeinden Platz für Gewerbe- oder Baugebiete.

Ein Milchbauer stellte fest, dass der "von der Europäischen Union aufgebaute Milchpulverberg" den Verantwortlichen auf die Füße fallen werde. Der EU-Abgeordnete Albert Deß versicherte, dass dies in Deutschland nicht schlagartig auf den Markt geworfen werde. Bayern, Österreich und Südtirol würden auf einer guten Welle schwimmen, aber die restlichen EU-Staaten könne man nicht immer unter einen Hut bringen. Auch persönliche Probleme wurden an Brunner herangetragen. Ein junger Landwirt mit 35 Kühen möchte durch einen Neubau auf 60 Tiere erweitern. Das Landratsamt Neustadt/WN habe abgelehnt, weil die Forstverwaltung wegen des zu geringen Abstands zum Wald Einwände vorbringt. Der junge Bauer müsste jetzt aussiedeln, um sich betrieblich erweitern zu können. Brunner will den Fall prüfen lassen. Allerdings könne er sich keinesfalls über bestehendes Recht hinwegsetzten.

Ähnlich erging es Markus Forster aus Irchenrieth. Die Gemeinde hatte eine Bauvoranfrage für eine Stallerweiterung abgelehnt. Forster bemängelte die neue Novelle des Baugesetzbuches, die einer Ausweitung von Baugebieten der Gemeinde Türen offen lasse. Da mischte sich der Irchenriether Bürgermeister Josef Hammer ein. Er hielt Forster vor, dass dieser nach seiner geplanten Stallerweiterung um 45 Meter näher an das Wohngebiet heranrücken wollte und zudem keinerlei Kompromissvorschlag akzeptiert habe.

Menge ist nicht alles.Landwirtschaftsminister Helmut Brunner
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