08.11.2017 - 20:10 Uhr
IrchenriethOberpfalz

Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft: Psychiatrische Behandlung ist wichtig Patienten mit Scham

Wöllershof. Patienten tun sich oft leichter, wenn sie psychosomatisch behandelt werden und nicht sagen müssen, dass sie in der Psychiatrie waren. Das sagt Dr. Markus Wittmann, Ärztlicher Direktor im Bezirksklinikum Wöllershof. Ihm hören 50 Vertreter von Behörden, Kliniken, Beratungsstellen und Trägern von Heimen bei der Mitgliederversammlung der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Nordoberpfalz zu.

Psychatrische Behandlung ist wichtig, meinen (von links) Berthold Kellner von der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft, Ärztlicher Direktor Dr. Markus Wittmann und Thomas Fehr (PSAG). Bild: exb
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Diese Trennung sei aber künstlich und nicht gerechtfertigt, erklärt der Mediziner weiter, der seinen Vortrag unter den Titel gestellt hat: "Psychosomatisch - was heißt das eigentlich?". Es dürfe deshalb keine Spaltung entstehen zwischen einer Depression, die etwa in einer psychosomatischen Klinik behandelt werde und oft unter Burn-Out läuft, und einer Depression, die in einer psychiatrischen Klinik behandelt wird. Die psychiatrische Behandlung werde in der Gesellschaft aber immer noch viel stärker stigmatisiert. "In den vergangenen zwölf Jahren hat die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen leider auch wieder stark zugenommen."

In der Folge befürworte die PSAG den Ausbau des psychiatrischen Pflegeheimes der Medbo in Wöllershof um 23 Plätze sowie das betreute Gruppenwohnen der Offenen Behindertenarbeit und des Familienentlastenden Dienstes der Lebenshilfe in Weiden um 6 Plätze.

Die Sitzung endet mit der Neuwahl der Vorsitzenden. Thomas Fehr wirkt als erster, Berthold Kellner als zweiter Vorsitzender. Sie sind beide für weitere drei Jahre in ihren Ämtern.

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