27.06.2017 - 15:18 Uhr
Oberpfalz

Max von Milland singt und spielt sich im Schloss Wolframshof in die Herzen der Zuhörer Ein Liedermacher wie ein Minnesänger

Max von Milland überzeugte bei seinem Auftritt in Schloss Wolframshof. Aber soll man wirklich ganz weit in die Historie zurückblicken, um einen Vergleich zu ziehen? Und passt dieser dann wirklich?

von Holger Stiegler (STG)Profil

Im 12. und 13. Jahrhundert ungefähr stand der Minnesang ganz hoch im Kurs. Noch heute bekannte Namen sind Wolfram von Eschenbach und Walther von der Vogelweide. Beide sind Sänger, mit denen lyrische Liebeslieder verbunden sind. Und ein bisschen ist es so auch mit Max von Milland.

Er singt über die Liebe, von Gefühlen, von Emotionen. Mal über die eigenen, mal von denen anderer. Zu Gast ist der Liedermacher auf Einladung des Kulturtreffs Kastl im Park von Schloss Wolframshof.

Texte für mehrere Leben

Das Ambiente passt: Ein lauer Sommerabend, eine nicht zu groß geratene Bühne für einen Soloauftritt, ein aufmerksames Publikum, das den Liedern des Südtirolers lauscht. Gerade einmal 31 Jahre ist er alt, die Themen seiner Texte reichen für mehrere Leben. Sympathisch ist er, wenn er da mit seiner Gitarre auf der Bühne steht und zum Singen beginnt.

Er widmet sich dem Leben mit all seinen Höhen und Tiefen, nicht selten wird es dabei autobiographisch. Er singt über die Schönheit von "Dahoam" und erzählt im Anschluss von den acht Jahren, die er in Berlin verbracht hat. Die Liebe zur Südtiroler Heimat zieht sich wie ein roter Faden durchs Programm - und sie ist frei von nationalistischen Zwischentönen.

Er singt und erzählt in seinem Dialekt. Und er bekennt, dass Singen in Hochdeutsch für ihn eigentlich nicht in Frage komme. Dann wäre er nicht mehr der Max von Milland. Seine Mundart, die auch in der nördlichen Oberpfalz zu verstehen ist, zeichnet ihn aus. Eine Ausnahme würde er höchstens machen, scherzt er, wenn ihm ein Duett mit Helene Fischer angeboten würde.

Und so kleidet Max von Milland den Alltag in ein musikalisches Gewand: Die Augen sind beim Singen meist geschlossen, die Lieder stimmt er mit einem Lächeln auf den Lippen an - auch wenn es dann auch immer mal wieder melancholisch wird.

Südtiroler Heimatsound

"Woher i eigentlich kimm", "Oft andersch als du denksch" , "Wia's früher wor" oder "I bin do" - mit seinen Texten, seinem Südtiroler Heimatsound und seiner durch und durch gewinnenden Art findet er den direkten Weg in die Herzen der Zuhörer.

Und Max von Milland gelingt mit der Mundart etwas, was nicht jedem Dialekt-Interpreten gelingt - nämlich, Ehrlichkeit und Authentizität zu vermitteln. Langer Applaus für einen jungen Liedermacher, der seinen Weg gefunden hat.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.