17.02.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Evelin Schrems erläutert neue Grundlagen in der Pflegeversicherung: Mensch rückt in Mittelpunkt

(mkk) Seit 1. Januar 2017 definiert die Pflegeversicherung den Begriff der Pflegebedürftigkeit neu. Evelin Schrems, Pflegeberaterin bei der AOK Tirschenreuth, erläuterte auf Einladung der Freien Wähler Kastl den zahlreichen Interessierten die Neuerungen bei der Reform.

Evelin Schrems. Bild: mkk
von Autor MKKProfil

"Dreiviertel der pflegebedürftigen Personen werden zu Hause gepflegt", wusste Schrems. Daher war es dem Gesetzgeber wichtig, die Bedingungen für diese häusliche Pflege zu verbessern. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) begutachtet für alle gesetzlichen Krankenkassen die Pflegefälle. Die Entscheidung über den jeweiligen Pflegegrad treffen die Sachbearbeiter der Pflegekassen aufgrund der vom MDK ermittelten Gesamtpunktezahl.

Mit dem Pflegestärkungsgesetz II wurde auch ein neues Begutachtungsverfahren eingeführt. Das neue Instrument stellt den Menschen mit seinen Ressourcen und Fähigkeiten in den Mittelpunkt. Bei der Begutachtung werden die gesundheitlich bedingten Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten in sechs Lebensbereichen (Modulen) erhoben und mit Einzelpunkten bewertet. Deren Summe wird nach genau festgelegten Berechnungsregeln umgerechnet. Das Ergebnis ist ein Gesamtpunktewert, der über die Einstufung in den jeweiligen Pflegegrad von ein bis fünf entscheidet.

Bereits Pflegebedürftige ab der Pflegestufe 1 haben laut Schrems unter anderem Anspruch auf Pflegeberatung, Pflegehilfsmittel und Zuschüsse zu Maßnahmen, die das Wohnumfeld verbessern. Das kann ein Treppenlift oder der Einbau einer ebenerdigen Dusche sein. Auch Hilfen im Haushaltsalltag (Einkaufshilfen, Bügelservice, Putzhilfen oder Begleitung zum Arzt) fallen hierunter. 125 Euro monatlich können hierfür geltend gemacht werden. Dieses Geld kann angespart werden, um so einmal einen höheren Betrag in Anspruch zu nehmen. Wichtig war der Referentin der Hinweis, dass auch die Pflegepersonen sozial abgesichert sind. Das betrifft Rentenbeiträge, Arbeitslosenversicherung und Unfallversicherung.

Zweiter Vorsitzender Gerhard Dobmeier überreichte der Referentin ein kleines Präsent und dankte ihr für die kompetenten Ausführungen. Versicherten steht Schrems für weitere Fragen und Informationen bei der AOK unter Telefon 09631/83-82 zur Verfügung.

 

 

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