09.03.2018 - 20:00 Uhr

Günther Walberer legt in zwei Etappen 3100 Kilometer bis Santiago de Compostela zurück Nach Herz-OP auf den Jakobsweg

Günther Walberer begeistert die Zuschauer im Kastler Pfarrheim. Mit seinen Bildern und Erinnerungen an den Jakobsweg lässt sie der Pressather an seiner Pilgerreise nach Santiago de Compostela teilhaben.

Robert Steinkohl (links) bedankte sich bei Günther Walberer für die wunderbare Präsentation und die vielen Anekdoten.
von C. & W. RupprechtProfil

Gerne folgten die Gläubigen der Einladung von Katholischen Frauenbund, Männerverein und KAB ins Pfarrheim zu Kaffee und Kuchen. Robert Steinkohl hieß den Referenten Günther Walberer willkommen. Der Pressather war nach einer überstandenen Herzoperation 2008 von der Haidenaab-Stadt in Richtung Spanien aufgebrochen. Die erste Etappe lief er über Nördlingen und Konstanz und durch Frankreich. Ein Jahr später durchquerte er Spanien bis hin an die iberische Westküste.

Immer wieder bewunderten die Zuschauer seine herrlichen Naturaufnahmen. Walberer berichtete, dass der Weg in Deutschland nicht immer leicht zu finden gewesen sei. Entweder fehlten Markierungen oder ein Wegweiser war umgeknickt. Die Hilfsbereitschaft, die er immer wieder auf seinem Weg erfahren durfte, bewegt ihn noch heute. Voller Begeisterung stellte er in seiner Präsentation seine Wohltäter vor und beschrieb, wie unkompliziert Hilfe bei der Quartiersuche angeboten wurde oder ihn wildfremde Menschen zum Essen eingeladen hatten.

Besonderes Augenmerk hatte der Pressather bei seinem Weg durch Europa auf Bauformen der Kirchen und anderer Sakralbauten gelegt. Doch auch die Besonderheiten der Länder stellte er dar, zum Beispiel die Notunterkünfte für Schäfer und Pilger, die in Spanien aus Feldsteinen gebaut mitten in der Landschaft standen.

25 Kilometer und mehr pro Tag bei jedem Wetter: "Da ist der Weg das Ziel!", betonte Walberer. Nicht immer verlief die Reise wie geplant. Plötzliche Schneefälle in der Schweiz zwangen zum Warten oder zu einem Umweg. Aufgeben kam für ihn nicht in Frage. Man lebe in einer anderen Welt, abgekoppelt vom Alltag finde man zu sich selbst. Er habe wunderbare Menschen kennengelernt, die wie er nach Santiago de Compostela gepilgert sind. Doch auf den insgesamt 3100 Kilometern gab es auch manche Überraschung. Bei einem Abstecher nach Lourdes traf er Bekannte aus Vohenstrauß oder später am Ziel aus Weiden, Michelfeld und Auerbach.

Walberer fasste seinen zweistündigen Vortrag am Ende mit den Worten von Mark Twain zusammen: "Gib' jedem Tag die Chance, der Schönste deines Lebens zu werden." Sehr bewegt beteuerte er, dass er die Anstrengungen wieder auf sich nehmen würde. "Es war ein unvergessliches, besonderes Erlebnis!" Viele Freundschaften seien daraus entstanden. Die Zuschauer geizten nicht mit dem Applaus. Robert Steinkohl dankte Walberer mit flüssiger Wegzehrung, einem Tragerl Bier und allen Helfern für die Unterstützung.

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