02.05.2018 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

Kreisfachberater Harald Schlöger erläutert Folgen und Chancen des Klimawandels Wasser wird kostbar

Kreisfachberater Harald Schlöger vom Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege greift beim Obst- und Gartenbauverein Kemnath ein Thema auf, das uns alle betrifft: den Klimawandel. In seinem Vortrag zeigt er Risiken und Probleme, aber auch Chancen auf.

Kreisfachberater Harald Schlöger zeigt, welchen Einfluß der Klimawandel auf die Auswahl der Pflanzen bei uns hat.
von C. & W. RupprechtProfil

Kastl/Kemnath. Harald Schlöger begann sein Referat in der Jahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Kemnath mit einer Bitte: Man solle seinen Garten als Insel für bedrohte Insekten und Tiere sehen. Jeder könne seinen Beitrag zur Arterhaltung leisten. Viele dieser Inseln würden ein Netzwerk in der Natur bilden, erklärte er im Kastler Schützenhaus.

Er schilderte kurz die Ursachen des Klimawandels wie Sonneneinstrahlung und Treibhausgase. Erste Anzeichen seien vermehrte Stürme, Starkniederschläge mit Überschwemmungen sowie das Abschmelzen der Gletscher und des arktischen Eises. Die Höchstwerte der Temperaturen von Luft und Meer werden sich immer weiter steigern. Die Folgen des Klimawandels zeigten sich schneller und umfangreicher als ursprünglich erwartet. "Auch in bei uns in Bayern sind bereits diese Auswirkungen und eine saisonale Umverteilung des Niederschlags zu verzeichnen. Sonnenbrand an Äpfeln und Erdbeeren, Ozonschäden als lila Verfärbung am Blattgewebe der Pflanzen sind einige weitere Beispiele", erläuterte der Fachmann.

Es werde befürchtet, dass der Golfstrom abreißen könnte. Das milde Klima in England würde verschwinden, ebenso seine ausgleichende Wirkung auf das Wetter und Klima in Europa. Das Gebiet wäre zunehmend Wetterextremen ausgesetzt. Überschwemmungen, Epidemien und Dürren ließen eine neue Flüchtlingswelle erwarten.

Es seien bereits neue Schädlinge wie der asiatische Laubholzbockkäfer eingewandert. Die Schädlinge würden sich vermehren. Die Niederschlagsmengen und deren Dauer werden unberechenbarer werden, der Grundwasserspiegel werde noch weiter sinken. Umso wichtiger werden Sammelgefäße wie Regentonnen und Zisternen und ein anderes Gießverhalten sein, betonte Schlöger. Er empfahl die Tropfbewässerung von unten, Beschattung des Bodens und ein Umdenken bei der Pflanzenwahl.

In Gärten werden sich mehr Gräser oder Pflanzen mit silbrig-grünen Blättern finden, weil diese Trockenheit besser aushalten. Aber auch Bäume wie Ebereschen, Vogelbeeren, Mehlbeeren und der Speierling sowie die Douglasie werden laut dem Redner von den Trockenperioden weniger "gestresst". Die Fichte mit ihrem hohen Wasserbedarf sei in unseren Wäldern ein Auslaufmodell. Zimtahorn, Hopfenbuche und Zürgelbaum seien weitere Alternativen, die gleichzeitig eine gute Frosthärte aufwiesen. Andere Früchte wie der Maulbeerbaum, Kaki in den Weinbaugebieten und andere Weinreben werden sich wohlfühlen, meinte Schlöger.

Es gehe darum, dann das Kleinklima in den Städten und den Gärten noch besser zu erhalten. Wichtig sei, genügend Luftfeuchtigkeit mit Grünschneisen, Schattenbereichen und Bepflanzung zu erhalten. Der Kreisfachberater warnte daher vor Kiesgärten. Diese erhitzen sich schnell und geben diese Hitze noch zusätzlich an die Umgebung ab, was austrocknend wirke. "Wasser wird also kostbar und Wassersparen noch wichtiger werden." Rasen beregnen werde nicht mehr möglich sein. Ein höherer Rasenschnitt beim Mähen helfe jedoch, schnelles Austrocknen zu vermeiden.

Der Klimawandel biete aber auch Chancen. Die Ernteperiode werde sich verlängern, da es weniger Frosttage und mehr Sommertage mit 25 Grad und mehr geben werde, erklärte Schlöger. Dies ermögliche mehr Folgekulturen.

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