02.04.2018 - 13:40 Uhr
Kastl bei KemnathOberpfalz

Über Ostern Ausstellung im Steinstadel Kunst aus Kastl in Kastl

Bunte Ostereier locken derzeit an allen Ecken. Kunterbuntes von Kastler Künstlern gibt es nur im Steinstadel zu entdecken. Elf Künstler präsentieren über die Feiertage hier ihre Arbeiten auf Papier und Leinwand, aus Holz und Glas.

Die beteiligten Künstler und Orgnisatoren mit Bürgermeister Stefan Braun (links) bei der Vernissage im Kastler Steinstadel. Bild: Huber
von Marielouise ScharfProfil

Mit unterschiedlichen Techniken von Malerei bis Fotografie wurden verschiedenartige Materialien von Spiegelscherben bis Draht und Ast zu kunstvollen Bildern und Objekten verarbeitet.

Alleine schon der Ausstellungsort war sehenswert. Der historische Steinstadel aus grobem Mauerwerk, altem Gebälk und modernem Glaseingang bietet Platz und Raum für Kunst, Kultur und viele Besucher. Diese drängten herein zur Vernissage am Mittwochabend.

Bürgermeister Stefan Braun versprach in seiner kurzen Eröffnungsrede, die Räume "oft, lange und immer wieder" für die Kunst bereitzuhalten. Außerdem lobte er die "Umsetzung der tollen Idee", eine Ausstellung zusammenzustellen, vorwiegend mit Kastler "Aborigines" - auf jeden Fall mit Künstlern, die ihre Wurzeln oder Bezug zum Markt haben. Acht weibliche und drei männliche Kunstschaffende haben sich zusammengefunden. Für diese Schau lautete Brauns Wunsch, dass die Besucher "mit glänzenden Augen nach Hause gehen". "Die Dynamik und Kraft der Ausstellung" beschrieb Andreas Otterbein, Vorsitzender vom veranstaltenden Verein für Tourismus und Gewerbe, mit begeisterten Worten. Sein "Vergelt's Gott" galt Projektleiter Hans Yberle und Ira Hettmannsperger, die für die Organisation zuständig waren. Grete Pickel steuerte zur Eröffnung Mundartgedichte bei, Bernd "Riff" Roithmeier lieferte die passende Gitarrenuntermalung. Die vielen Vernissagegäste fühlten sich bei Getränken, Gebäck und Fachsimpelei rundum wohl.

Kunterbunte Kunst von Kastler Künstlern

Nicht nur die Kunst der Kastler Ausstellung, auch die Organisation war bemerkenswert. Gleich am Eingang lagen Flyer auf, die als Führer durch die Ausstellung konzipiert waren. Die 11 Künstler wie ihre 74 Objekte sind aufgelistet, die Maltechnik genannt. Noch besser war natürlich eine Führung mit Projektleiter Hans Yberle und seinem Patensohn Felix , der beim Aufbau mitgeholfen hat.

Paula Huebers Porträt-Kohlezeichnung "Ungarisches Mädchen" begrüßte gleich am Eingang die Besucher. Aus Afghanistan kommt Seynollah Mohammadi , der hier von einer Familie betreut wird. Kunst habe er noch in Kabul studiert, erzählt der 22-Jährige. Einen "historischen Platz" aus seiner alten Heimatstadt hat er mit Ölfarbe auf Leinwand festgehalten. Christa Donhauser bevorzugt Acrylfarben und schafft damit sehr bunte afrikanische Landschaften. Vor dieser Zauberkulisse stehen die Holzskulpturen von Grete Pickl , der bekannten Mundart-Dichterin. Sie verwendet für die harmonisch-haptischen Figuren Mahagoniholz und veredelt es mit Bienenwachs.

Hildegard Mayer hat für sich die Glasfusing-Technik entdeckt und baut daraus zerbrechliche Bilder, Objekte und Stelen. Erstaunliche Farbfantasien erfindet ihr achtjähriger Enkel Jakob Götz . Seine blaue Unterwasser-Serie schillert in explosiven Schattierungen.

Mit der Digitalkamera entdeckt Hans Yberle fast monochrome Oberpfälzer Landschaften wie die "Steininsel im Katzenstriegl", oder er inszeniert Fotografie als "Flausen im Kopf", die er dann noch mittels Videoinstallation "Holzkopf, hirnrissig" erläutert. Algina Löschinger malt mit Acrylfarbe auf Papier hinter Glas oder auf Leinwand sehr expressiv und ausdrucksstark.

Leicht wie eine "Feder" bewegt Petra Graml Pastellstift auf Ingres-Pastellpapier. Sie kann aber auch kräftig auftrumpfen. Mit Gipsbinde plus Farbe auf Leinwand baut sie ihren "Lebensweg". Unübersehbar die Collagen in Aquarell- und Acryltechnik von Ira Hettmannsberger . Tinte, Tusche, Stein, Draht, Seidenpapier und Glasperlen auf Spiegelscherben - fertig sind "Blumen im Wind" oder "Das Fliesen". Christiane Bartl widmet sich der Brandmalerei. Holzostereier verziert sie so mit Tierabbildungen von Adler, Wolf und Hirsch.

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