Der Nürnberger Dr. Joachim Roller verfolgt ein neues Nutzungskonzept für die Kastler Klosterburg
Ein Zentrum für christliche Musik

Keine Frage: In der Kastler Klosterburg gibt es viele Räume, die sich gut mit der von Dr. Joachim Roller propagierten Nutzung als geistliches Bildungs- und Begegnungszentrum für christliche Musik, Kunst und Kultur in Einklang bringen ließen. Allerdings müsste man zuerst einige Millionen Euro aufwenden, um die in großen Teilen nicht mehr zeitgemäße Inneneinrichtung und Infrastruktur der Burg zu modernisieren. Archivbild: Steinbacher
Lokales
Kastl
02.05.2013
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So fünf bis zehn Millionen Euro müsste man in die Klosterburg Kastl investieren, sagt Dr. Joachim Roller, um daraus eine Begegnungsstätte für christliche Künstler und Musiker zu machen. Der 43-Jährige, als Musiklehrer an einem Gymnasium sowie als Kantor einer Nürnberger Gemeinde tätig, hat dazu ein ausführliches Konzept ausgearbeitet und darüber mit dem bayerischen Finanzministerium verhandelt. Die Verantwortlichen dort wollten aber dieses Geld nicht ausgeben.

Man habe ihm erklärt, sagt Roller im Gespräch mit der AZ, dass der Freistaat aus rechtlichen Gründen nur die Substanzsicherung übernehmen dürfe. Deshalb hatte Roller mit seiner Bitte, dass der Staat eine energetische Sanierung als Voraussetzung für eine weitere sinnvolle Nutzung der Klosterburg vornehmen solle, keine Chance. Roller, ein studierter (evangelischer) Kirchenmusiker und promovierter Musikwissenschaftler, der familiäre Verbindungen in die Region Amberg-Sulzbach hat und 1997/98 übergangsweise als Dekanatskantor an der Christuskirche in Sulzbach-Rosenberg tätig war, will aber deshalb noch lange nicht aufgeben.

Zwar könne er die fragliche Summe nicht selbst aufbringen, aber möglicherweise gehe das über Spenden oder Stiftungen. "Akademie Haus Asaph" hat er sein Projekt genannt (Asaph war der Vorsteher der Musiker am Tempel Salomos). Diese Akademie versteht sich "als konfessionell unabhängige und für Angehörige aller christlichen Kirchen und Konfessionen offene Einrichtung". "Grundlage des geistlichen Selbstverständnisses ist das Bekenntnis zum christlichen Gott, wie er von den Evangelien in der Bibel bezeugt wird", hat Roller in sein Konzept geschrieben. "Fundamentalistische Frömmigkeitsprägungen" lehne man ab, die könnten den inneren Frieden der Akademie stören.

Mit Leuchtturm-Wirkung

Den Anstoß für sein Projekt gab Roller vor 20 Jahren die Bach-Akademie in Stuttgart, doch für Kastl stellt er sich eine stärkere Profilierung der geistlichen Seite vor. Für eine Nutzung mit christlichem Hintergrund ist die Klosterburg Rollers Auffassung nach prädestiniert. Sie habe schließlich in ihrer 900-jährigen Geschichte eine bedeutende Rolle für das mitteleuropäische Klosterleben gespielt. Ihm schwebt zudem eine Nutzung vor, die die Öffentlichkeit nicht ausschließt und auch einen Leuchtturm-Effekt mit Wirkung über die Region hinaus hat. Das alles sieht er in einem geistlichen Bildungs- und Begegnungszentrum für christliche Musik, Kunst und Kultur verwirklicht.

Eventuell könnte man dafür zunächst nur Teile der Burg anmieten (was die Unschärfe in der genannten Summe erklärt). Aber die energetische Sanierung wäre eine unabdingbare Voraussetzung, damit man nicht das Geld zum Fenster rausheizt.

Grundsätzlich sieht Joachim Roller mit den früheren Internatsräumen die geeignete Infrastruktur für die von ihm beabsichtigte Nutzung gegeben. Die Klosterkirche, die zugleich katholische Pfarrkirche ist, biete eine hervorragende Akustik und sei somit gut geeignet für Konzerte. Deshalb sei hier "eine Partnerschaft mit der örtlichen Pfarrgemeinde unbedingt anzustreben".
Für die Tätiggkeit der "Akademie Haus Asaph" hat Roller viele Aspekte angedacht: Übernachtungs- und Übungsmöglichkeiten (inklusive Verpflegung); eigene Angebote (Kurse, Workshops); öffentliche Konzerte, Ausstellungen, Lesungen; Begegnungen von Schülern und Studierenden mit Künstlern; internationale Künstlertreffen; Kloster auf Zeit; Integration eines Zentrums für spezifische Erkrankungen bei Musikern (etwa: Auftrittsängste); Bereitstellung der Anlage für externe Veranstaltungen (Historienspiele, Hochzeiten).

Die Millionen-Frage

"Die Klosterburg hat mehr verdient als nur wirtschaftlich verwertet bzw. genutzt zu werden", so Roller gegenüber der AZ. "Allerdings brauche ich dafür Menschen, die bereit sind, mehrere Millionen Euro in eine solche Stiftung einzubringen. Ich selbst kann nur den Rohstoff Geist in die Geschichte einbringen."

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Mehr zu Rollers Konzept und Projekt:

http://www.haus-asaph.de
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