Kastl will zum Jahresende schuldenfrei sein - Fast 80 Prozent für Umlagen und Personalkosten
Mit 187 Kommunen gleichziehen

Lokales
Kastl
30.04.2013
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Neben der Rückschau auf die Maßnahmen des Jahres 2012 warf Bürgermeister Bruno Haberkorn in der Bürgerversammlung (wir berichteten) auch einen Blick auf die Maßnahmen und Aufgaben im laufenden Jahr. Dazu skizzierte er den einstimmig vom Gemeinderat beschlossenen Haushalt der Kommune

Demnach schließe der Vermögenshaushalt mit je 863 000 Euro. (Vorjahr: 1 729 000 Euro). Als Maßnahmen und Anschaffungen nannte Haberkorn unter anderem das neue Feuerwehrauto für die Feuerwehr Kastl, das EU-weit - auf die drei Lose Fahrgestell, feuerwehrtechnischer Aufbau mit Funkanlage sowie feuerwehrtechnische Beladung aufgeteilt - ausgeschrieben gewesen sei. Der Gesamtvergabepreis lag bei 298 025 Euro, vom Freistaat gebe es einen Zuschuss in Höhe von 88 000 Euro, die Wehr beteiligt sich mit 30 000 Euro. "An der Gemeinde bleiben somit immer noch 180 000 Euro hängen", rechnete der Rathauschef vor.

"Die Bahnbrücke Unterbruck schieben wir schon drei Jahre", so Haberkorn. Es habe erhebliche Probleme mit der Bahn gegeben, nun liege aber die Genehmigung vor. Nach dem Abbau des alten Fahrbahn-Überbaus werden die beiden Widerlager genauer untersucht und, soweit notwendig, auch ausgebessert. Anschließend folgt das Auflegen des neuen Brückenüberbaus. "Für diese Maßnahme gibt es leider keinen Zuschuss", bedauerte der Redner. Die gesamten Kosten müsse die Gemeinde tragen. "Die Brücke war einmal ein Geschenk der Deutschen Bahn: Auf solche Geschenke kann man verzichten!"
Er ging weiter auf die verschiedenen Umlagen ein, die den Haushalt belasten. So betragen die VG-, Schulverband-, Gewerbesteuer- und Kreisumlage zusammen gut eine Million Euro. Mit 489 000 Euro an Personalkosten sind mit fünf Haushaltsstellen 1 503 400 Euro und damit rund 78,5 Prozent der Gesamtausgaben von 1 916 000 Euro des Verwaltungsetats verplant.

Zuviel Bauschutt

Der Bauschuttplatz, so der Bürgermeister, floriere "zu gut". Der Gemeinderat habe daher beschlossen, aus den Kommunen Kulmain und Immenreuth keinen Bauschutt mehr anzunehmen. Aus der Stadt Kemnath dürften 2013 noch Kleinmengen angeliefert werden. Zum Thema Wasseruntersuchungen erläuterte Haberkorn, dass es in Kastl gutes, einwandfreies Wasser gebe.

Keine Schlüsselzuweisungen

Mit Blick auf die Steuereinnahmen betonte Haberkorn, dass die überdurchschnittliche Steuerkraft vor allem durch die gute Einkommens- sowie Gewerbesteuer positiv beeinflusst werde. 2013 werde noch mit 450 000 Euro kalkuliert. Davon seien 97 000 Euro als Gewerbesteuerumlage an den Staat abzugeben. Aufgrund der Steuereinnahmen bekomme die Kommune erneut keine Schlüsselzuweisungen vom Freistaat.
Trotz vieler Investitionen baute die Kommune die Schulden kontinuierlich ab. Vor 13 Jahren habe man noch eine Verschuldung von 1 206 000 Euro gehabt. Die Pro-Kopf-Verschuldung lag bei 862 Euro. "Man kann uns bestimmt nicht vorwerfen, in den letzten Jahren zu wenig investiert zu haben", betonte Haberkorn. Trotzdem sei seit elf Jahren keine Kredit aufgenommen worden. Bis Jahresende solle die Kommune schuldenfrei sein. "Und den Moment der Schuldenfreiheit sollten wir alle zusammen genießen und auskosten. Von den 2032 Gemeinden in Bayern sind nur 187 Kommunen schuldenfrei, wir wollen die 188. werden."
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