Konservierung des Königskinds Anna beginnt
Die Mumie zieht kurzzeitig um

Das ist eine ganz außergewöhnliche Mumie. Sie hat zwar nicht den Bekanntheitsgrad von Ötzi, aber sie ist etwas ganz Besonderes.
Lokales
Kastl
15.04.2013
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Seit 1966 ruht das Königskind im Paradies, einem Nebenraum der Kastler Klosterkirche. Für etwa ein halbes Jahr wird die Mumie der kleinen Anna aber umziehen. Im Armenspital wird sie konserviert, um für die Nachwelt erhalten zu bleiben. Danach kehrt die Prinzessin in das Gotteshaus zurück - und wird für die Öffentlichkeit wieder zu sehen sein.

Seit elf Jahren durften Besucher der Klosterkirche in Kastl die Mumie der Königstochter nicht mehr im Original betrachten, sondern nur noch auf einem Foto. Der Grund war ein gewichtiger: Die Luftfeuchtigkeit im Paradies hatte dem Körper von Prinzessin Anna, die am 29. Januar 1319 im Alter von etwa 12 bis 15 Monaten gestorben war, sehr zugesetzt. Deshalb wird die Mumie speziell konserviert. Das Projekt leitet der bekannte Mumienforscher Dr. Albert Zink.

Mit Stickstoff befüllt

"Heute ist ein ganz besonderer Tag für uns", sagte gestern Bürgermeister Stefan Braun. Denn am Nachmittag wurde die Mumie aus ihrem Schrank genommen und ins Armenspital gebracht, erläuterte Ortsheimatpfleger Hermann Römer. Experte Zink erklärte die Konservierungsmethode. Der Körper kommt in eine spezielle Vitrine, die mit Stickstoff befüllt ist.

Die Luftfeuchtigkeit wird in den kommenden sechs Monaten von aktuell 80 Prozent langsam auf etwa 50 bis 60 zurückgefahren. Ist die Mumie soweit stabilisiert, wird sie in die Kirche zurückgebracht. Im System integriert sind Sensoren, die auch später die Luftfeuchtigkeit messen. "Gegebenenfalls kann man dann noch nachbessern", so Zink. Das Königskind wird später auch nicht mehr auf Stoff liegen, sondern direkt auf dem speziellen Glas. Die Vitrine wird exakt in den bisherigen Mumienschrank eingepasst und mit einem Lichtsystem versehen.

Rückkehr im Oktober

Zink erklärt, dass das Glas der Vitrine schräg ist und nicht spiegelt. So sei gewährleistet, dass der Leichnam zu sehen ist. "Das ist optimal", urteilte der Experte über diese Konservierungsmethode. "Wir sind guter Dinge, dass die Mumie ab Oktober wieder zugänglich ist", fügte Bürgermeister Braun an.(Hintergrund)
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