Nach Absage an Gymnasiumspläne hat das "Avicenna College" gute Karten - Ministerium prüft
Klosterburg soll "Lernort" bleiben

Lokales
Kastl
22.06.2007
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Eine Schlagzeile jagt die andere über die Kastler Klosterburg. Nachdem das Kultusministerium dem geplanten Gymnasium den Start zum neuen Schuljahr wegen unzureichender Qualifikation des Lehrerkollegiums versagt hat (wir berichteten in unserer gestrigen Ausgabe), scheint nun das Avicenna College die besseren Karten zu haben.

Bei einer Besprechung in München, die schon einige Tage zurück liegt, haben CSU-Landtagsabgeordneter Heinz Donhauser, der Kastler Bürgermeister Stefan Braun und zweite Bürgermeisterin Monika Breunig mit Ministerialrat Roland Krügel alle Möglichkeiten erörtert.

Schon zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich laut Donhauser ab, dass die gemeinnützige Stiftung "Europäisch-Ungarisches Gymnasium Klosterburg Kastl" mit ihrem Plänen wohl nicht durchkommen würde. Für alle Gesprächbeteiligten aber stand nur eines im Vordergrund: "Es ist sowohl dem Freistaat Bayern wie auch dem Markt Kastl und im Landkreis Amberg-Sulzbach ein wichtiges Anliegen, dass die Kastler Burg wieder genutzt wird", so Donhauser. Und jetzt zeichnet sich ab: "Auch in Zukunft wird die Klosterburg wieder ein Lernort sein - , wenn auch in anderer Form als vorher."

Nach Prüfung beider vorliegender Konzepte durch das bayerische Kultusministerium könnte die Burg zu einem Studienort für universitäre Vorbereitungskurse werden, die auf ein Studium im Ausland vorbereiten. Hier würden nicht nur reine Sprachkurse angeboten, sondern vor allem Fachunterricht. Das Avicenna-Institut aus Budapest ist durch einen ehemaligen Absolventen des Gymnasiums auf die Liegenschaft der Klosterburg in Kastl aufmerksam geworden. Nach ersten Besichtigungen und Prüfungen kann man sich laut Heinz Donhauser gut vorstellen, dort eine Zweigstelle einzurichten.

"Kastl genießt in Ungarn immer noch einen besonderen Ruf als Bildungsstätte mit hoher Qualität, das soll in Zukunft fortgeführt werden", erklärte Ministerialrat Roland Krügel.

Wann genau es mit dem Unterricht losgehen könnte, weiß man noch nicht. Eventuell aber zum Jahresbeginn 2008. "Um den künftigen Schülern eine zeitgemäße Lernatmosphäre zu gewährleisten, müssen erst grundlegende Sanierungsarbeiten vorgenommen werden. Dennoch freue ich mich, wenn die Kastler Klosterburg bald wieder als Lernort genutzt wird", zeigt sich Bürgermeister Stefan Braun zufrieden mit der angedachten Lösung.

Kastl hat das Interesse des Instituts vor allem durch seine Abgeschiedenheit, was wichtig für eine konstruktive Lernatmosphäre ist, und gleichzeitig gute Verkehrsanbindung geweckt. Ziel ist es Kastl zur deutschen Zweigstelle des Instituts auszubauen, um Schulabsolventen, die sich auf ein Studium in den USA oder in Ungarn vorzubereiten, entsprechend fit zu machen.

Nach mehr als einem Jahr des Stillstands sollen nun schon bald Schülerinnen und Schüler auf der Klosterburg sich für ein Studium vorbereiten., damit kommt nicht nur wieder mehr Leben in die Klostermauern, sondern auch in die Marktgemeinde Kastl.