Bürgerversammlungen in Kastl Neuauflage der „Umleitungsrallye“

Der Kastler Kindergarten wird generalsaniert und umgebaut und geht mit rund 2,1 Millionen Euro in Planung. Die Diözese Eichstätt hüllt sich wegen des Baukostenzuschusses jedoch noch in Schweigen. Das war nur ein Thema aus den Bürgerversammlungen.

von Autor JPProfil

Zu den Treffen in Kastl, Utzenhofen, Pfaffenhofen und Dettnach konnte Bürgermeister Stefan Braun zahlreiche interessierte Bürger begrüßen. Zu Beginn stand wieder Statistik auf dem Programm. Der Markt hat insgesamt 30 Beschäftigte im Rathaus, im Bauhof, bei der Wasserversorgung, in der Kläranlage, in der Volksschule und im Freibad.

Abschluss des Haushalts

Die ehrenamtlichen Referenten im Markt sind die Seniorenbeauftragten Mathilde Gradl (hört auf) und Monika Breunig, der Ortsheimatpfleger Hermann Römer (hört auf) die Energiebeauftragen Georg Dürr und Gerhard Kreißel, der Friedhofsbeauftragte Albert Prün und Archivpflegerin Sabine Palesch. Ebenso die Jugendbeauftragten Cliff-Rüdiger Härlin, Harald Meier und Johannes Schwarzfischer. Der Abschluss des Haushalts 2016 in Kastl betrug 4,5 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 2,9 Millionen Euro im Vermögenshaushalt. Die Steuerkraft pro Einwohner liegt bei 544 Euro. Braun: "Es gab einen erfreulicher Anstieg der Gewerbesteuereinnahmen."

Die Schulden der Gemeinde betragen rund 4,1 Millionen Euro, das entspricht einer Schuldenlast pro Einwohner von rund 1550 Euro. Die wichtigsten Projekte, die 2016 in Angriff genommen wurden, waren der Neubau des Kastler Feuerwehrzentrums mit Bauhof und Rettungswache (ein Millionenprojekt) und der Bau der Aktivkohlefilteranlage der Wasserversorgung Kastl wegen erhöhter Schadstoffwerte im Hainthal mit Kosten von rund 600 000 Euro. Dafür wurden im Herbst 2016 die Beitragsbescheide versandt. Außerdem wurde die Sanierung der B 299 im ersten Bauabschnitt begonnen.

Auch das leidige Thema Hundekot wurde vom Kastler Marktrat durch das Aufstellen von Beutelspendern und Abfallbehältern entlang der "Gassiwege" im Gemeindebereich versucht zu entschärfen. Ferner erinnerte der Bürgermeister an die Pflege von Bäumen und Sträuchern, an die Straßenreinigungs-, Räum- und Streupflicht, ans Tier- und Hundeverbot auf den Friedhöfen und auf die Vermeidung von Hundekot auf öffentlichen Flächen.

Für 2017 stehen folgende Projekte an: Sanierung des sogenannten Pfistermühlwegs mit Lauterachbrücke von der B299 ab mit einem rollstuhlgerechten Straßenbelag in der Hohenburger Straße; Dorferneuerung in Pfaffenhofen, Sanierung des Gehwegs entlang der B299 im Ortsbereich im Zusammenhang mit der Sanierung der Straße mit 2. Bauabschnitt ab Ende Juli 2017. Auch die "Umleitungsrallye" über die Ortsstraßen wird es dann wieder geben, erklärte Braun. 2017 soll die Breitbandverkabelung der verschiedenen Kastler Ortsteile und die Fertigstellung des Feuerwehrzentrums bis zum Sommer erfolgen. Themen waren die Belegung der Klosterburg durch die Polizeifachschule, deren erste Schüler spätestens 2020 einziehen werden und die Errichtung des Heizwerks am Klosterberg, das vorerst die Schule und das Feuerwehrzentrum sowie andere Gebäude versorgen soll. Auch die Sanierung der Staatsstraße von Utzenhofen bis zur Landkreisgrenze soll beantragt werden.

Steinschlag an der Straße

Ferner macht es der Steinschlag an der Lauterachtalstraße und die dadurch erfolgte Sperrung der Straße notwendig, eine schlepperfähige Zufahrt zu den land- und forstwirtschaftlichen Flächen auf der rechten Seite der Lauterach zu schaffen. Hier soll laut Braun der zu den Flächen führende Radweg von der Ortschaft Lauterach aus ausgebaut und erweitert werden. Nach den sehr umfangreichen Ausführungen dankte Bürgermeister Stefan Braun allen Mitarbeitern und ehrenamtlich Tätigen, besonders auch den Helfern vor Ort, der Rettungswache des BRK, und dem Büchereiteam für ihren Einsatz zum Wohl der Mitmenschen und des Marktes. (Bericht aus den Diskussionen der einzelnen Ortsteile folgt.)

Zahlen und Daten

Die Einwohnerzahl Kastls beträgt derzeit 2461 Personen und hat leicht zugenommen, erklärte Bürgermeister Stefan Braun. Von den derzeitigen Bürgern sind 1176 weiblich und 1285 männlich, der Altersdurchschnitt beträgt 45,1 Jahre. 2016 gab es elf Eheschließungen, 13 Geburten und 27 Sterbefälle. Von den rund 890 Beschäftigten pendeln rund 600 alle Tage in die umliegenden Städte und Gemeinden ein und aus. Kastl hat seit 2011 keine Hauptschule mehr. In die Grundschule Kastl gehen derzeit in drei Klassen 59 Kinder. Die Ausgaben für die Grundschule betragen rund 285 000 Euro (3000 Euro pro Schüler). Über die Hälfte der ehemaligen Kastler Schüler gehen auf weiterführende Schulen in Amberg oder Neumarkt oder Ursensollen.

Der Kindergarten Marienheim ist mit 85 Kindern voll belegt. Von den Kosten in Höhe von 460 000 Euro trägt die Gemeinde rund ein Drittel (150 000 Euro). Für das Jahr 2017 ist die komplette Sanierung und die Erweiterung des bestehenden Kindergartens vorgesehen. Dazu gehören Anbau von Räumen, Einbau eines Aufzugs, Dachsanierung mit einem Kostenaufwand von rund 2,1 Millionen Euro. Leider hüllt sich die Diözese Eichstätt wegen eines Baukostenzuschusses in Schweigen, obwohl der Träger und Eigentümer des Gebäudes und Grundstücks die Kirche ist. In der Bauzeit wird der Kindergarten in die Räume der Schule wechseln.

Die Größe der Gemeinde mit 65 Quadratkilometern hat sich nicht geändert; auch die Länge der Gemeindestraßen mit rund 100 Kilometern gleichgeblieben. (jp)

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