15.10.2017 - 20:00 Uhr
Kastl (im Landkreis AS)Oberpfalz

"Nachbarschaftstag" der Wasserwerker Bald Test auf Strahlenbelastung

Zum "Nachbarschaftstag" der Wasserwerker hatte die Wasserversorgung Kastl in den Forsthof eingeladen. Auch ein Abstecher in die neue Trinkwasseraufbereitungsanlage im Hainthal stand dabei auf dem Programm.

Michael Dobler (links) vom Gesundheitsamt Amberg informierte über die neuesten gesetzlichen Vorgaben für die Wasserqualität. Rechts vom ihm: Elmar Halk, Organisator der Veranstaltung, und Bürgermeister Stefan Braun. Bild: jp
von Autor JPProfil

Hochinteressante Vorträge rund ums Trinkwasser gab es beim "Nachbarschaftstag" der Wasserwerker. Der Wasserwerks-Nachbarschaftsleiter (WWN) des Landkreises, Elmar Halk von der Pettenhofener Gruppe im Lauterachtal, dankte den Fachleuten, den Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes Weiden sowie Michael Dobler vom Gesundheitsamt Amberg für ihr Kommen. Halk erläuterte die Problematik beim Einbau von funkgesteuerten Wasserzählern und zeigte neue Möglichkeiten, an Fördermittel zum Bau von Wasserleitungen zu kommen.

Nitrat bleibt Thema

Die Frage "Was können Wasserversorger tun, um die Nitratbelastungen im Grundwasser zu senken?" war ebenfalls Thema. Bürgermeister Stefan Braun ging auf die Wasserversorgung der Marktgemeinde Kastl ein. Sie werde technisch über eine Kooperation mit dem Zweckverband Pettenhofener Gruppe geführt. In dieser Zusammenarbeit "fühlen wir uns sehr gut aufgehoben, es hat für uns nur Vorteile gebracht", betonte Braun. "Mit unserem Kooperationspartner und dem Bau der neuen Aufbereitungsanlage am Brunnen Eicherlschlag sind wir für kommende Aufgaben bestens gerüstet."

Über das Thema Strahlenbelastung und Trinkwasser referierte Michael Dobler. "Die Wasserversorger werden vonseiten des Gesetzgebers verpflichtet, das Grundwasser künftig auf Strahlenbelastungen zu untersuchen", sagte er. Die Tests sind notwendig, um den Vorgaben des Arbeitsplatzschutzgesetzes und der Trinkwasserverordnung gerecht zu werden. Zudem soll das Trinkwasser bei den Routineuntersuchungen auf Enterokokken mit beprobt werden.

Auf eine effektive und gewissenhafte Kontrolle im Wasserleitungsnetz ging Roland Satzinger von der Firma Kettler GmbH ein. Eine ständige Wartung von Schiebern, Hydranten und Armaturen sei Pflichtaufgabe jeder Wasserversorgung. Dabei konnte man auf einem Versuchsstand die neuesten Geräte ansehen und testen. Als Innovation seiner Firma stellte Satzinger den grabungslosen Schiebertausch vor.

Jede Pumpe ein Unikat

Für die Wasserförderung mittels Pumpen wird der größte Teil des Energiebedarfes einer Wasserversorgung benötigt. Deshalb sprach Mario Hübner, Vertriebsleiter der Firma Wilo, zum Thema Energieeffizienz in der Wasserwirtschaft. Jede Pumpe, die in der Wasserversorgung eingesetzt wird, ist ein Unikat und wird nach den Vorgaben des Wasserversorgers gebaut. Dafür stellte Hübner Optimierungsmöglichkeiten im laufenden Pumpenbetrieb vor.

Bei richtiger Betriebsweise könnten so mehrere Tausend Kilowattstunden pro Pumpe eingespart werden. Mit einer neuen Antriebstechnik, sogenannten Permanentmagnetmotoren, sowie einer neuartigen Ceran-Beschichtung an den Pumpenlaufrädern könnten Kreiselpumpen einen Wirkungsgrad von bis zu 75 Prozent erreichen.

Elmar Halk berichtete, dass auch in der Wasserversorgung Kastl schon eine Unterwasserpumpe mit der neuen Magnetmotorentechnik eingesetzt werde. "Wenn alle Wasserversorger an einem Strang ziehen, können wir gemeinsam Stromkosten einsparen und zusätzlich einen Beitrag zur Energiewende leisten." Abschließend ging es bei der Besichtigung der neuen Wasseraufbereitungsanlage Kastl mit den Aktivkohlefilteranlagen um praktische Alltagssituationen in der Wasserversorgung.

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