Neu-Pfarrer Maierhofer will Traditionen pflegen Reibungsloser Übergang

Vergangene Woche wurde Professor Dr. Thuruthumaly, kurz nach seinem 45-jährigen Priesterjubiläum, in den wohl verdienten Ruhestand verabschiedet. Der Priester kehrt in diesen Tagen in seine indische Heimat zurück. Die Pfarrei Kastl ist in der glücklichen Lage, mit Armin Maierhofer wieder einen Pfarrer zu bekommen. Er trat am Sonntag seinen Dienst an.

von Autor MKKProfil

Armin Maierhofer wurde am 30. Juni 1965 als erstes von acht Kindern geboren. Zuerst lernte er Groß- und Außenhandelskaufmann. 1991 kamen ihm erste Gedanken an das Priestertum. Nach sechs Jahren Bedenkzeit begann er 1997 das Studium an der Philosophisch-theologischen Hochschule in Heiligenkreuz bei Wien.

Im Dezember 2004 wurde Armin Maierhofer zum Diakon geweiht und im Juni 2005 zum Priester für die Diözese Regensburg. Zwei Jahre war er als Kaplan in Waldmünchen tätig und ab 1. September 2007 schließlich als Kaplan in der Pfarrei Hainsbach-Haindling. In einem Gespräch gibt der neue Pfarrer erste Einblicke.

Sechs Jahre überlegten Sie, ob Sie Priester werden möchten, bevor Sie im Alter von 32 Jahren mit dem Studium begannen. Das hört sich nach reiflicher Überlegung und Überzeugung an.

Pfarrer Maierhofer: In der Bibel lesen wir: Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? (Lk 14,28). Es kommt vor, dass Priesterkandidaten das Theologiestudium beginnen und dann einen anderen Weg einschlagen. Für mich gab es ab 1996 nur mehr den Weg Priester zu werden. Diese Entscheidung wurde von vielen Menschen durch das Gebet mitgetragen. Kastl wird Ihre erste Pfarrstelle sein. Welche Gefühle und Erwartungen haben Sie?

Maierhofer: Die erste Zeit in der Pfarrei wird davon geprägt sein, den Übergang, der durch einen Pfarrerwechsel zwangsläufig entsteht, möglichst reibungslos zu gestalten. Kommunion- und Firmvorbereitung und Jugendarbeit werden in Absprache mit den Personen geschehen, die bisher schon mitgewirkt haben.

Welche seelsorgerischen Schwerpunkte liegen Ihnen besonders am Herzen?

Maierhofer: Es soll ein möglichst unkompliziertes Miteinander sein. Ich habe zu meinen Kommunionkindern gesagt: Nach der 100. Kommunion werden wir wissen, ob die Erstkommunionfeier gelungen ist. Schön ist es, wenn Jugendliche auch nach der Firmung die heilige Messe mitfeiern. Ausgang aller Aktivitäten sind die Sakramente. Ich habe bisher in der Pfarrei Hainsbach-Haindling angeboten, dass Kommunionkinder bei einer Werktagsmesse als Ministranten dabei waren, auch wenn sie später nicht Ministranten geworden sind. Fast alle Kommunionkinder der letzten sechs Jahre haben dieses Angebot angenommen. Ich habe mich dort sehr gefreut, wenn ich Ministranten gewinnen konnte. Kastl ist eine Gemeinde mit einem hohen Anteil junger Menschen und Familien, die sich in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Aktivitäten und vielen neuen Ideen in das Leben der Kirchengemeinde einbrachten. Sehen Sie in der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit ebenfalls einen Schwerpunkt Ihrer seelsorgerischen Tätigkeit? Und haben Sie vielleicht bereits Ideen der Umsetzung?

Maierhofer: Alle diese Aktivitäten finden in Absprache mit dem Pfarrgemeinderat statt. Wie bereits angedeutet, soll der Übergang möglichst reibungslos erfolgen. Aktivitäten, wie Familiengottesdienste, Pfarrfrühstück, Pfarrausflug, Radtour, Frühschichten/Spätschichten, Ministrantenfreizeit, Internetauftritt und anderes werden mit dem Pfarrgemeinderat erarbeitet.

Jahrelang in Niederbayern tätig verschlägt es Sie jetzt in den Norden Bayerns. Erste Eindrücke konnten Sie ja bereits gewinnen.

Maierhofer: Ich habe einen sechsjährigen "Ausflug" nach Niederbayern gemacht. Anlass waren die Marienwallfahrtskirche und die Kreuzkirche in Haindling. Da ich selbst Oberpfälzer bin, wollte ich eine Pfarrei nördlich der Donau. Ich freue mich auf den Dienst in der Pfarrei Kastl. In Kastl gibt es die jahrzehntelange Tradition einer Wallfahrt nach Gößweinstein. Wallfahrten liegen Ihnen auch nicht erst seit Ihrer Tätigkeit als Wallfahrtskaplan in Haindling am Herzen. Darf man davon ausgehen, dass Sie diese Tradition auch als Pfarrer von Kastl weiter unterstützen werden?

Maierhofer: Die Tradition der Wallfahrt nach Gößweinstein und der Bittgänge nach Hessenreuth und Burkhardsreuth wird weitergeführt. Das Gebet ist notwendig. Wir beten auch für jene, welche noch nicht erkannt haben, dass sie von Gott geliebt sind.

Auch ein Pfarrer hat mal Freizeit. Verraten Sie uns, wie Sie die Ihre verbringen?

Maierhofer: Nach Möglichkeit mache ich Aktivurlaub. In den vergangenen Jahren habe ich eine Pilgergruppe nach Medjugorje begleitet. Da dieser Ort im Stadium der Untersuchung ist, darf ein Priester die Wallfahrt nicht selbst organisieren. Es ist aber erwünscht, dass Pilger von Geistlichen begleitet werden. Christoph Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien, war zum Jahreswechsel 2009/2010 dort und sehr beeindruckt. Nebenbei bin ich manchmal mit dem Fahrrad unterwegs. Von Kastl nach Altendorf sind es 70 Kilometer und ohne weiteres machbar.

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