17.10.2017 - 20:00 Uhr
Kastl (im Landkreis AS)Oberpfalz

Pfaffenhofen feiert Kirwagaudi im Sonnenschein

Drei Tage lang feierten die Kirwaleut aus Pfaffenhofen bei Kastl eine zünftige Kirwa unter strahlender Herbstsonne. So hatten sich heuer acht Paare gefunden, die miteinander tanzten und feierten.

Die Pfaffenhofener Kirwaleut strahlten zusammen mit dem Oberkirwapaar Christina und Daniel (vorne, Mitte) und den Allersburger Musikanten mit der Herbstsonne um die Wette.
von Autor JPProfil

Pfaffenhofen. Bereits am Freitagnachmittag holte man sich eine starke, rund 30 Meter hohe Fichte aus dem Wald des Kirwawirts. Also einen sogenannten Wirtsbaum. Das Wahrzeichen wurde von den Kirwamoidln und -burschen am Aufstellplatz am Samstagvormittag entsprechend verziert und geschmückt. Am Nachmittag ging es ans Aufstellen. Nicht nur die Burschen sondern viele männliche Helfer aus den umliegenden Ortschaften und die Kollegen aus Kastl und Utzenhofen packten mit an.

Nach gut eineinhalb Stunden war es geschafft. Der Baum war mit Hilfe der Goißen und mit viel Freibier für die Helfer unter dem Kommando von Altkirwabursch Siegfried Wittmann in die Senkrechte gebracht und mit Keilholz in der Baumgrube verankert worden. Außerdem wurde ein massives Tanzpodest fürs Austanzen rund um den Baum aufgebaut. Selbiger wurde die ganze Nacht bewacht, damit ihm auch kein Schaden zugefügt werden konnte, wie es im vergangenen Jahr schon vorkommen ist.

Im Wirtshaus selbst herrschte Stimmung mit den Tschuckis aus Freudenberg. Am nächsten Vormittag wurde in der Pfaffenhofener St.-Martins-Kirche Gottesdienst gefeiert. Am Nachmittag holten die Burschen ihre Moidln mit einem Oldtimerschlepper mit Strohfuhrwerk zum Tanzen ab. Die Allersburger Musikanten stimmten die acht Kirwapaare auf ihren großen Auftritt ein. Dazu schien die herbstliche Sonne vom Himmel. Fesch sahen die Kirwapaare in Dirndl und Lederhose aus, als sie angeführt von den Musikanten und dem letztjährigen Oberkirwapaar Rebecca und Korbinian das Tanzpodest bestiegen und von den zahlreichen Zuschauern mit Applaus begrüßt wurden.

Die Kirwaleut zeigten dem Publikum, was man so alles an bodenständigen Tänzen in schweißtreibenden Übungsabenden für die Pfaffenhofener Kirwa erlernt hatte. Als neues Oberkirwapaar wurden Christina Federl und Daniel Tischner gekürt. Auch das Gstanzlsingen war Ehrensache. Lokale Gegebenheiten und auch "Größen" wurden aufs Korn genommen. Themen waren: der Kastler Vegetarier, der sinnigerweise jetzt seinen Jagdschein gemacht hat; ein Pfaffenhofener, der bei einer Kirwa statt ins Auto seiner Frau - nicht mehr ganz nüchtern - in einen anderen Wagen eingestiegen ist und nach Hause wollte.

Auch der Kastler Trachtenverein wurde aufgefordert, seinen schiefen Maibaum vom Marktplatz zu entfernen, es sei ja schließlich schon Oktober und die Winterzeit beginne bald. Ferner rieb man den Kastler Roum-Kirwa-Leut unter die Nase, dass auf ihren Plakaten vergangene Woche verschiedene Datumsangaben drauf waren, was wohl auf nicht mehr ganz nüchterne Plakatmaler zurückzuführen war.

Der Montagnachmittag begann mit dem lustigen Kirwabärtreiben. Als Opfer wurde Sebastian Weber dafür in Ketten gelegt und rußgeschwärzt. Danach trieb man ihn unter der Leitung des Obertreibers und Oberkirwaburschen Daniel Tischner durchs Dorf und der Bär versuchte vor allem die jungen Mädchen anzuschwärzen. Auch beim Losverkauf für den Kirwabaum engagierte sich der fitte Kirwabär heuer. Da Viehhauser Hias sorgte für die musikalische Unterhaltung.

Bei der Baumverlosung hatte Phillip Raum das Glück des Tüchtigen. Er gab den Baum zurück. Das Keilholz ging an die Familie Kuhn. Die Kirwaleit bedankten sich zum Abschluss bei Wirtin Bärbel mit einem Präsent.

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