08.11.2017 - 17:08 Uhr
Kastl (im Landkreis AS)Oberpfalz

Seit "Herwart" ohne Telefon Unerreichbares Dettnach

Eineinhalb Wochen ist es nun schon her, seit Sturmtief "Herwart" durch den Landkreis gewirbelt ist. In Dettnach bei Kastl funktionieren die Telefone immer noch nicht. Martin Wiesend ist jetzt mit der Geduld am Ende.

Martin Wiesend mit dem abgerissenen Telefonkabel in der Hand. Im Hintergrund der umgestürzte Baum.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Dettnach. Am Mittwoch ist der Dettnacher nach Amberg gefahren, um seinem Ärger Luft zu machen. "Da muss sich doch was tun", sagt er im Gespräch mit der Redaktion. "Das geht doch nicht, dass man die Leute so lange warten lässt."

Wiesend war am frühen Morgen des 29. Oktober selbst als Feuerwehrmann im Einsatz, als der Sturm reihenweise Bäume umknickte. Ganz in der Nähe des Dorfes war ein Baum auf die Telefonleitung gefallen und hatte das Kabel abgerissen. "Als ich zum Einsatzort kam, sagte noch einer: Da habt ihr wieder wochenlang kein Telefon. Da hab ich noch gelacht darüber."

Zehn Tage nach dem Sturm lacht Wiesend nicht mehr. Hinter ihm und den anderen Dorfbewohnern - zehn Anwesen sind betroffen - liegt eine "Automaten-Odyssee". "Seit Tagen versuchen wir, kompetente Ansprechpartner bei der Telekom zu erreichen", erzählt er. Immer wieder landeten die Betroffenen in Warteschlangen, bei wechselnden Ansprechpartnern in den Call-Centern, immer wieder mussten sie die selbe Geschichte erzählen und immer wieder wurden sie vertröstet.

Wiesend zeigt eine SMS-Nachricht, die die Behebung der Störung für Samstag, 4. November, angekündigt hat. "Auf Nachfrage hat man mir gesagt, dass tatsächlich ein Techniker da war. Dass der aber wieder gefahren ist, weil er den Schaden vor Ort nicht beheben konnte." Offenbar hat der Fachmann nur das Schadensbild aufgenommen. Die neueste SMS kündigt die Reparatur für Mittwoch, 22. November, an. "Aber das kann doch nicht sein, dass ein ganzes Dorf für so lange Zeit im Stich gelassen wird." Wiesend fordert, die Telefonleitung in der Erde zu vergraben. "Wir in Dettnach haben das schon immer gesagt, weil immer wieder Bäume auf die Leitung gefallen sind." Seiner Meinung nach ist in solchen Fällen auch die Politik zuständig. Es gehe um die Grundversorgung der Menschen, bei solchen Defiziten müsse die Politik Druck auf die Anbieter und Netzbetreiber ausüben.

Die Defizite sind enorm. Denn als am vergangenen Sonntag bayernweit das Vodafone-Netz lahmgelegt war, fiel für die meisten Dettnacher auch der Mobilfunk aus. Fast alle nutzen Vodafone, weil das Dorf für die Telekom ein Funkloch ist.

Als ich zum Einsatzort kam, sagte noch einer: Da habt ihr wieder wochenlang kein Telefon. Da hab ich noch gelacht darüber.Martin Wiesend

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