09.03.2018 - 20:10 Uhr
Kastl im Landkreis Amberg-Sulzbach

Sperrung wegen Felssicherungsarbeiten dauerte über ein Jahr Lauterachtalstraße ab Montag wieder frei

Mehr als ein Jahr lang war die Lauterachtalstraße südwestlich von Kastl zwischen den Einmündungen der Kreisstraße AS 28 (bei Lauterach) und der Staatsstraße 2240 (bei Utzenhofen) voll gesperrt. Doch am Montag, 12. März, ist die Zeit der Umleitungen vorbei. Im Laufe dieses Tages wird die Straße wieder für den Verkehr freigegeben. Das teilt das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach mit. Die Sperrung war wegen aufwendiger Felssicherungsarbeiten nötig geworden. Diese sind beendet.

Etliche der abstürzenden Felsbrocken machen deutlich, wie notwendig die Sicherungsarbeiten sind. Bild: exb
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Die Behörde schildert in ihrer Pressemitteilung auch noch einmal die Vorgeschichte der Angelegenheit: Im Frühjahr hatten geotechnische Sachverständige erkannt, dass bei der Staatsstraße 2235 Felsstürze akut drohten. Deshalb musste am 24. Februar der betroffene Abschnitt sofort gesperrt werden. Bei detaillierten Kontrollen fanden die Sachverständigen dort weitere Felsformationen, bei denen ebenfalls die Gefahr eines schlagartigen Absturzes bestand. "Bereits bei dieser Begehung konnte ein Felsblock mit einer Kubatur von rund eineinhalb Kubikmetern mit bloßer Beinkraft zum Absturz gebracht werden, der nur durch einen glücklichen Umstand die zu diesem Zeitpunkt bereits gesperrte Staatsstraße 2235 knapp nicht erreichte", schreibt das Bauamt.

Da alle erkannten Felssturzgefahren von Privatgrundstücken ausgingen, informierte das Amt alle betroffenen (verkehrssicherungspflichtigen) Eigentümer und schloss mit ihnen Vereinbarungen über die Durchführung und Finanzierung der erforderlichen Sicherungsmaßnahmen.

Da die Straßenbauverwaltung ein starkes Interesse an der Beseitigung der Gefahren hatte, übernahm sie das gesamte "Engineering" der Maßnahmen und beteiligte sich zudem im erheblichem Umfang an deren Kosten (einschließlich der erforderlichen externen Planungsleistungen in Höhe von rund 300 000 Euro).

Die Felssicherung erforderte umfangreiche planerische Vorarbeiten sowie eine öffentliche Ausschreibung. Danach wurden seit Jahresbeginn rund acht Wochen lang Kletterer einer Fachfirma aktiv. Mit Brechstangen und pneumatischen Hebern sowie zehn Sprengungen mit insgesamt etwa 50 Kilogramm Sprengstoff beseitigten sie etwa 200 Kubikmeter absturzgefährdete Felsen und entfernten störenden Bewuchs an den Felsköpfen.

"Der größte Einzelbrocken, der sich von bloßer Hand und per Einsatz eines kleinen Presslufthammers zum Absturz bringen ließ, hatte immerhin eine Kubatur von rund 13 Kubikmeter, das heißt, ein Gewicht von rund 30 Tonnen." Das entspricht dem Volumen von zwei VW-Bussen, macht das Bauamt deutlich. Dieser Brocken warf auf seinem Weg durch den Hang etliche Bäume um und landete dann auf der Staatsstraße 2235. Damit man ihn abtransportieren konnte, musste er erst in Teile gesprengt werden. Ein großer absturzgefährdeter Felsen war nur durch elf Felsnägeln zusichern.

Die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke haben laut Bauamt die Sperrung zugleich genutzt, um ihre straßennahen Gehölzbestände zu durchforsten, aufzulichten sowie bruchgefährdete Bäume zu fällen. Da der Parkplatz in diesem Bereich als Lagerplatz für das gefällte Holz genutzt wird, bleibt er bis auf Weiteres gesperrt. Als Kompensation für Eingriffe in die Natur wurden unter anderem 20 Fledermauskästen angebracht. Das Staatliche Bauamt dankt den betroffenen Grundstückseigentümern für die konstruktive Zusammenarbeit.

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