13.07.2017 - 16:36 Uhr
KemnathOberpfalz

Kemnather und Erbendorfer Jugendrotkreuz-Gruppen beim Landeswettbewerb in Tüßling Kinder-Sanis vorne mit dabei

Notruf, Druckverband und Reanimation: Die Erbendorfer "StonewoodKids" und die Kemnather "Pflasterrocker" sind bereits "Super-Sanis". Sie messen sich beim Landeswettbewerb des Jugendrotkreuzes mit 300 anderen Kindern und Jugendlichen.

Die Erbendorfer "StonewoodKids" mit Gruppenleiterin Monika Stahl fahren am Wochenende zum Landesentscheid des Jugendrotkreuzes. Sie treten in der Altersstufe der Zehn- bis Zwölfjährigen an. Bild: exb
von Lena Schulze Kontakt Profil

Kemnath/Erbendorf. Die Kindergruppen des Jugendrotkreuzes Kemnath und Erbendorf haben sich als Bezirkssieger für den Landeswettbewerb des Bayerischen Jugendrotkreuzes in Tüßling qualifiziert.

"Stolz, dabei zu sein"

"Wir sind sehr stolz, dass wir es bis hier geschafft haben", sagt Erbendorfs Gruppenleiterin Monika Stahl. Zum dritten Mal in Folge fährt sie mit einer minimal veränderten Gruppe zum Landeswettbewerb. "Das ist schon eine Leistung." Konkurrenz sind die großen Kreisverbände aus beispielsweise Landshut oder Regen. Mittendrin: Die 31-Jährige Erbendorferin mit ihren sechs Wettbewerbern Laura Haberzett, Simone Schultes, Drago Mutzbauer, Amelie Tretter, Lisa-Marie Bauer und Isabell Berg. "Wir haben uns einen Namen gemacht. Die kennen uns mittlerweile", ist Stahl stolz, mit den großen Verbänden mithalten zu können. Sie selbst betreut seit vier Jahren die kleinen Sanitäter bei Wettbewerben. Heuer haben die Zehn- bis Zwölfjährigen die Chance zum Bundeswettbewerb in Ludwigsburg im Oktober zu fahren, wenn sie Erster werden.

"Es ist unsere erste Bambini-Gruppe, die zum Landesentscheid fährt", freut sich auch Harald König, stellvertretender Gruppenleiter in Kemnath. Die "Pflasterrocker" starten bei den Sechs- bis Neunjährigen. Mit dabei sind Marie-Luise Schmid, Benedikt König, Milena Schwindl, Vanessa und Fabienne Schraml sowie Konstantin Beer. Grundlage zur Vorbereitung ist das "Trau Dich"-Programm. "Unsere Wettkampftruppe ist sehr eingespielt", erklärt König. Gruppenleiterin ist seit 2005 Kristina Konz. Sie hat die Kinder vorbereitet. Zum Wettbewerb kann sie nicht mitfahren, weil sie vor drei Wochen ein Baby bekommen hat. Neben König begleiten seine Frau Dagmar und Lisa Degelmann die Kinder.

Zwei-Kilometer-Parcours

Am Freitag reisen die Gruppen ins 230 Kilometer entfernte Tüßling bei Altötting. Die älteren Teilnehmer bauen eine Zeltstadt, die vergleichbar auch im Katastrophenschutz eingesetzt ist, als Übernachtungsmöglichkeit auf. Sie schlafen auf Feldbetten und erleben, wie sich der Einsatz vor Ort anfühlt. Für die jüngeren Teilnehmer ist Platz in verschiedenen Gebäuden.

Am Wochenende treten die Oberpfälzer Jugendrotkreuzler gegen über 300 Kinder und Jugendliche aus 40 anderen Wettbewerbsgruppen an. In Tüßling stellen sie sich verschiedenen Aufgaben, in denen es um Teamfähigkeit, Schnelligkeit und Geschicklichkeit geht. Auf einem zwei kilometerlangen Wettbewerbsparcours quer durch den ganzen Ort sind zehn Stationen aufgebaut. "Es starten alle Gruppen gleichzeitig", erklärt Organisator Wolfgang Schreiter. An jeder Station beginnt je eine Gruppe der vier Altersstufen (neben den Bambinis und Sechs- bis Neunjährigen treten 13- bis 16-Jährige und 17- bis 27-Jährige an). Diese rotieren dann an den Stationen. "An jeder Station haben die Teilnehmer 15 Minuten Zeit", so Schreiter. Abgefragt werden Erste-Hilfe-Praxis in Notfallsituationen, wie Erstversorgung, stabile Seitenlage oder Reanimation, Grundwissen an der Station "Schlaumeier" und Geschichtliches über das Rote Kreuz. Drei bis vier Schiedsrichter bewerten dann, ob die Teilnehmer im Szenario adäquat handeln. "Super-Sani" wird derjenige, der am besten trösten oder Hilfe holen kann. Bei Stationen wie "Fun und Action" oder "Spiele" legen die Schiedsrichter Wert auf das Miteinander der Teilnehmer. Auch bei kreativen und musikalischen Aufgaben beweisen die Gruppen ihr Können. "Die Aufgaben sind für jede Altersgruppe die gleichen. Der Inhalt wird nur anders gemessen", sagt Schreiter über die Schwierigkeitsgrade. Insgesamt können 400 Punkte erreicht werden. "Wir haben uns überlegt, was wir welchem Alter abverlangen können. Die maximale Punktezahl soll auch erreichbar bleiben." Denn den Veranstaltern ist wichtig, dass der Spaß mit der Gruppe im Vordergrund steht.

Üben, üben, üben

"Die Kinder sollen Spaß haben und locker, nicht verbissen, an die Stationen rangehen", findet König. Das habe beim Bezirksentscheid in Grafenwöhr super funktioniert. Er trainiert vor dem Wettkampf besonders Notfallsituationen und Rot-Kreuz-Wissen. "So bekommen die Kinder Sicherheit in dem, was sie tun." Zwischendurch gibt es Übungen zu Spontaneität und Geschicklichkeit. Die Gruppe war schon bei mehreren Wettkämpfen in gleicher Konstellation. "Sie wissen, wer für welche Situation am besten geeignet ist", sagt der Gruppenleiter. König sieht es sportlich: "Hauptsache wir sind dabei und die Gruppe hält zusammen. Als Ziel haben wir uns einen guten Platz im Mittelfeld vorgenommen." Am meisten würde er sich über gutes Wetter freuen.

Seit dem Bezirksentscheid Ende Mai übt auch Stahl mit den Zehn- bis Zwölfjährigen zwei mal in der Woche intensiv Details. In dieser Altersstufe ist der "Junior Helfer" Arbeitsgrundlage. "Die Erste-Hilfe-Praxis lässt sich gut mit Fallbeispielen trainieren. Die Theorie dazu ergibt sich aus der Praxis", erklärt Stahl. Hürden sieht sie bei den Stationen "Schlaumeier" sowie "Fun und Action": "Darauf kann man sich schlecht vorbereiten", weiß sie. Aber bei ihren Schützlingen ist der Ehrgeiz geweckt. In Tüßling wird Stahl von Gruppenleiterin Tanja Heider unterstützt. Die wettkampferprobten Erbendorfer malen sich gute Chancen aus. "Ich sehe uns im guten Mittelfeld. Letztes Jahr verpassten wir wegen einem halben Punkt eine Platzierung. Man weiß nie, wie gut die anderen sind."

Man weiß nie, wie gut die anderen sind.Monika Stahl (31), Gruppenleiterin "StonewoodKids"
Die Kinder sollen Spaß haben und locker an die Stationen rangehen.Harald König (48), Gruppenleiter "Pflasterrocker"

Bayernentscheid

Der Landeswettbewerb ist die wichtigste Veranstaltung des Bayerischen Roten Kreuzes für den Nachwuchs. Der Wettbewerb ist anspruchsvoller als der Kreis- und Bezirksentscheid. Unter dem Motto "70 Jahre Herzklopfen" feiert der Jugendverband zugleich sein 70-jähriges Bestehen. (szl)

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.