Barden-Harfenist Andy Lang und Multiinstrumentalistin Sybille Friz überzeugten in der Kemnather ...
Mystischer Klangzauber

Andy Lang und Sibylle Friz verzauberten am Freitagabend die Besucher in der Kemnather Stadtpfarrkirche musikalisch.
Kultur
Kemnath
06.12.2017
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Wenn es einem evangelischen Pfarrer gelingt, die katholische Stadtpfarrkirche in Kemnath bis zum Bersten zu füllen, dann muss es schon ein besonderer Geistlicher sein. Andy Lang, Barde und Harfenist aus Gefrees, sorgte mit Sybille Friz für den musikalischen Höhepunkt zum Abschluss des Candlelight Shopping sorgte.

Es ging um die vorweihnachtliche Zeit. Es war aber auch die Rede von den Kräutern Petersilie, Salbei, Rosmarin und Thymian ("Parsley, Sage, Rosemary and Thyme"), denn eines der viel beklatschten Lieder des Abends nahm die Zuhörer mit auf den Markt einer nordenglischen Küstenstadt ("Scarborough Fair"): ein altes englisches Volkslied, das Simon & Garfunkel populär gemacht haben und das eine viel tiefere Bedeutung hat, als eben die Kräuternamen vorgeben.

Es waren mystisch-verträumte sowie atmosphärisch inszenierte Weihnachtsballaden, die sich mit rhythmischen Klängen abwechselten. Das Ambiente in dem Gotteshaus war wie gemacht für einen gefühlvollen Konzertabend: Statt hell strahlender Lampen im Kirchenschiff war eine Lichtinstallation mit warmen Farben geschaffen worden. Mehrere musikalische Elemente waren es, die die Zuhörer lang in ihren Bann zogen: die Töne der keltischen Harfe, der Klang der Gitarre und des Kontrabasses auf instrumentaler Seite - und die Stimmen von Andy Lang und Sybille Friz. Innig, sehnsuchtsvoll intonierten beide die Lieder - teils aus der Feder von Lang, teils der uralten keltischen Tradition entnommen. Die Zuhörer berühren - das war das nicht ausgesprochene Motto des Konzertes. Es schwang eine Atmosphäre durch das Kirchenschiff, die bei Candlelight-Shopping-Konzerten nicht immer erreicht wird.

Bei ihrer Reise in teils fremde, aber zugleich faszinierende Welten verstanden es die Künstler, einen Klangkosmos zu erzeugen, der die Gefühle ansprach. Wollte sich jemand dagegen wehren, sich den Melodien hinzugeben und sich auf eine weite Reise zu begeben? Nicht an diesem Abend. Nicht bei dieser Musik. Immer wieder streuten sie Texte und Erklärungen ein. Zum Programm zählte unter anderem auch ein altes Weihnachtslied, basierend auf der Melodie des alten englischen Volksliedes "Greensleeves". Und sogar Leonard Cohens "Hallelujah", das Lied mit den wohl meisten missglückten Coverversionen, kam auf eine überzeugende und frische Art und Weise daher.
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