12.05.2010 - 00:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Pfarrei St. Johannes Nepomuk feiert am Sonntag Patrozinium Kämpfer für Rechte der Kirche

Die katholische Pfarrei St. Johannes Nepomuk feiert am Sonntag, 16. Mai, das Patrozinium ihres Kirchenheiligen. Den Feierlichkeiten am Vormittag schließt sich am Nachmittag das Pfarrfest auf dem Schulhof an. Das Kirchenpatrozinium wird immer am Sonntag nach dem Namenstag des heiligen Johannes Nepomuk gefeiert.

von Hans LukasProfil

In der 1730 von Freiherr Ignaz Anton von Otten auf Wunsch seiner Gemahlin Maria Euphrasia erbauten Pfarrkirche ist eine große Statue des Brückenheiligen auf dem Hochaltar aufgestellt. Die Deckengemälde zeigen Stationen aus dessen Leben und seine Konflikte mit dem böhmischen König Wenzel. Die Bilder hat der Asam-Schüler Gebhard von Prüfening gemalt. Dies ist Ignaz von Otten zu verdanken, da der Waldecker Landrichter auch Direktor des Immerwährenden Reichstags in Regensburg war und so großen Einfluss in der damaligen Zeit hatte. Seine Gattin war eine große Verehrerin des 1729 heilig gesprochenen Johannes von Nepomuk und verstarb nach längerer Krankheit am 3. Mai 1730. Die Kapelle wurde am 4. Juli 1731 geweiht.

Kapelle ausgebaut

Der Sohn des Erbauers, Philipp Carl Erwin von Otten, erfüllte den Wunsch seines Vaters und baute die Kapelle bis 1749 zur Wallfahrtskirche aus. Als der Markt Waldeck auf der Südseite des Schlossbergs 1794 einer Brandkatastrophe zum Opfer fiel und damit auch die bisherige Pfarrkirche St. Anna, schenkte Freiherr Franz Anton von Öxle, ein Großneffe des Gründers, die Kirche der Bürgerschaft als Pfarrkirche.
Der Kirchturm wurde erst im Jahr 1822 errichtet. Dessen Bau ermöglichte der Gutsherr vom nahe liegenden Guttenthau, Sigmund von Künsberg. Nach seiner Rettung aus Wassernot ließ er sich davon überzeugen, dass seine zunächst für das Grab Johannes von Nepomuk im Veitsdom in Prag bestimmte Spende, in Waldeck "besser angelegt" sei.

Zwist mit Wenzel IV.

Unlösbar mit der Moldau verknüpft sind Tod und Legende des heiligen Johannes Nepomuk, seit der Barockzeit Brückenheiliger und Patron des Beichtgeheimnisses. Er wurde als Johann Welfflin 1340 in Pomuk bei Pilsen geboren. Als Doktor der Theologie und der Rechte wirkte er als wortgewaltiger Prediger und Generalvikar des Prager Erzbischofs. Sein Eintreten für die Rechte der Kirche erregte den Zorn des Königs. Als Wenzel IV. begann, die Reformer zu begünstigen, brach der Zwist mit dem hohen Klerus und Adel offen aus.

1393 wurde Johannes Nepomuk auf Befehl des Königs gefoltert und von der Prager Karlsbrücke in die Moldau gestürzt. Der Legende nach erhob sich der Leichnam aus den Fluten, umringt von leuchtenden Sternen. Das Volk strömte zusammen, um ihn zu bestatten. Während der Gegenreformation gruben die Jesuiten den Leichnam aus und fanden angeblich dessen Zunge unversehrt. Der Orden erwirkte schließlich 1729 die Heiligsprechung Johannes Nepomuks.
Nach dem Festgottesdienst um 9 Uhr geht die Prozession wegen der laufenden Marktsanierung in Richtung Godaser Straße und wieder zurück. Den Zug führen die Vereine der Pfarrei mit ihren Fahnen sowie die Blaskapelle Waldeck an. Pfarrer Heribert Stretz, den die Kommunionkinder begleiten, trägt das Allerheiligste.

Die Bewohner des Marktes werden gebeten, ihre Häuser zu schmücken und die rot-gelb-grünen Fahnen des Marktes sowie die weiß-blauen Bayernfahnen aufziehen. Der Patroziniumstag klingt aus mit einer feierlichen Maiandacht in der Pfarrkirche um 19 Uhr.

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.