11.03.2018 - 20:00 Uhr
Kemnath

Premiere der Kemnather Passion Oberste Lige der Passionsspiele

"Standing Ovations" nach zweieinhalb Stunden Spannung und tiefer Religiosität. Die Kemnather Passion 2018 feierte am Samstagabend Premiere - und auch ein ganz besonderer Gast aus Regensburg war restlos begeistert.

Nach der Vorstellung trafen sich alle Mitwirkenden der Passion im Atrium der Mittelschule. Es war geschafft - und dem Bischof hat es ausgezeichnet gefallen. Bilder: stg (3)
von Holger Stiegler (STG)Profil

Es war bereits 22 Uhr vorbei, als die letzten Klänge die Kemnather Mehrzweckhalle füllten: Eben hatten die beiden Gesangssolistinnen Stefanie Völkl und Anna-Maria Beck - unterstützt von Chor und Orgel - das "Pie Jesu" aus Andrew Lloyd Webbers "Requiem" bravourös dargeboten.

Der Vorhang schloss sich und nach wenigen Sekunden brandete riesiger Beifall bei den knapp 1000 Besuchern auf, die Zeugen der Premiere geworden waren. Der Applaus verwandelte sich in "Standing Ovations", an denen sich unter anderem auch der Regensburger Diözesanbischof Rudolf Voderholzer, die Bayerische Staatsministerin Emilia Müller, Landrat Wolfgang Lippert, Stadtpfarrer Konrad Amschl und zweiter Bürgermeister Hermann Schraml beteiligten. Bürgermeister Werner Nickl war als Akteur noch auf der Bühne.

Alle Mitwirkenden - allen voran Jesus-Darsteller Roland Krauß, Spielleiter Thomas Linkel und Passionschor-Leiter Thomas Völkl - holten sich einen mehr als verdienten Applaus für die gezeigten Leistungen ab. Rund 250 Kinder, Frauen und Männer waren auf und hinter der Bühne sowie im Chor beteiligt, um die Premiere der Kemnather Passion zu einem Höhepunkt der vorösterlichen Zeit werden zu lassen. Nach der Vorstellung traf der Bischof mit allen Mitwirkenden im Atrium der Mittelschule zusammen. "Ich bin zutiefst beeindruckt", räumte Voderholzer ein. Das eben Gesehene sei eine ideale Vorbereitung auf die vorösterlichen Tage. Er würdigte die Professionalität, mit der das Spiel umgesetzt worden sei - beginnend beim Bühnenbild und den Kostümen über die technischen Effekte bis hin zum harmonischen Miteinander von Chormusik und Bühnenhandlung.

"Ich kann Ihnen allen nur meinen tiefen und ehrlichen Respekt zollen", sagte der Bischof, dem die Ergriffenheit auch deutlich anzusehen war. Es gebe keine bessere Art und Weise, um den Glauben zu verkünden. "So viel kann ich gar nicht predigen, wie Sie mir alle an Glaubensverkündigung abgenommen haben", freute sich Voderholzer. Er sei immer wieder verwundert darüber, wenn er sich mit der Geschichte der Kemnather Passion befasse, dass das Spiel von der damaligen kirchlichen Obrigkeit vor über rund 300 Jahren verboten worden war. "Gut, dass Sie es vor einiger Zeit wieder eingeführt haben", stellte der Bischof fest. Besonders angetan zeigte sich Voderholzer von der "Entschleunigung" einzelner Szene, um einige Bilder noch stärker herauszuarbeiten.

"Sie sind in der obersten Liga der Passionsspiele", würdigte der Bischof die Gesamtleistung. Den Akteuren wünschte er, dass sie auch in den noch folgenden Vorstellungen eine ähnlich dichte Atmosphäre vermitteln wie dies eben gelungen sei. "Bei mir ist es angekommen", so der Bischof. Lobende Worte gab es auch von Staatsministerin Emilia Müller und Landrat Wolfgang Lippert: "Ich bin stolz auf Euch Kemnather. " Einen vor Glück und Freude strahlenden Bürgermeister Werner Nickl gab es an diesem Abend natürlich auch - mehrere Gründe waren ausschlaggebend: eine ausverkaufte Mehrzweckhalle, das Lob der Ehrengäste und natürlich auch das eigene Mitwirken auf der Seite der "Guten" als Nicodemus. Sein Dank galt allen, die zum Gelingen beigetragen haben. "Eine solche Gemeinschaftsleistung müssen uns andere erst einmal nachmachen!", sagte Nickl.

Im Anschluss lud der Bürgermeister zum Premierenempfang ins Foyer ein, wo Essen, Trinken und intensive Gespräche warteten. Spielleiter Thomas Linkel und Chorleiter Thomas Völkl mussten ihrer Zufriedenheit über die Premiere mit Worten gar nicht Ausdruck verleihen - ihre strahlenden Gesichter sprachen Bände. (Eine ausführliche Kritik lesen Sie auf der Kulturseite 35 , weitere Bilder sehen Sie auf Seite 27) .

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