01.09.2014 - 00:00 Uhr
KemnathOberpfalz

25 Kinder und Jugendliche erkunden im Schein der Taschenlampen Felsenkeller Geheimgang bleibt verborgen

"Wozu dienten diese beiden Felsenkeller früher?", fragte HAK-Vorsitzender Hans Rösch die 25 Kinder und Jugendlichen, die sich auf der sogenannten Kellerhöhe in der Wunsiedler Straße versammelt hatten. Sie waren der Einladung zur Kellerführung gefolgt, die der Heimatkundliche Arbeits- und Förderkreis Kemnath und Umgebung (HAK) im Ferienprogramm anbot.

Zu einem Besuch der beiden historischen Felsenkeller luden HAK-Vorsitzender Hans Rösch (hinten rechts) und Hans Bäte (hinten, Sechster von rechts) die Kemnather und Immenreuther Kinder ein. Bild: jzk
von Josef ZaglmannProfil

In zwei Gruppen klärten Hans Bäte und Hans Rösch über die historische Bedeutung der heute nicht mehr benutzten Kellerräume auf. Kaum jemand wusste, dass sie früher zur Lagerung des im Kommunbrauhaus gebrauten braunen Bieres dienten. Wenn die Keller in den Häusern zu klein wurden, bewahrten Bürger dort Lebensmittel wie Fleisch und Sauerkraut auf.

Im 19. Jahrhundert, als die gewerbliche Biererzeugung immer mehr zunahm, verloren das Kommunbrauwesen und somit auch die Lagerkeller ihre Bedeutung. Im Laufe des Flurbereinigungsverfahrens für die Stadt setzten sich vor allem Max-Josef Kormann und der HAK für die Erhaltung, Instandsetzung und Besichtigungsmöglichkeit der gut erhaltenen Keller ein.

Vor dem Eintritt in die Felsenkeller mussten Taschenlampen angeknipst werden. Hans Rösch hatte einige Kienspäne mitgebracht. Vorsichtig durchstreiften alle das weit verzweigte Labyrinth, das sich in einer Tiefe von etwa drei Metern befindet. "Die beiden Kelleranlagen wurden vor etwa 300 Jahren angelegt", wusste Rösch, " ihre Gesamtlänge beträgt etwa 100 bis 130 Meter."

Zum Trockenhalten wurden Wasserrinnen und Zisternen installiert. Ein einfaches Belüftungssystem sorgt für eine gleichbleibende Temperatur von acht Grad. "Deshalb riecht es überhaupt nicht modrig", fiel den Kindern auf. "Vor etwa 300 Jahren wurden die Keller in mühsamer Handarbeit aus dem Buntsandstein herausgehauen", erzählte Rösch. Den geheimnisumwitterten unterirdischen Gang von den Kellern zur Burg Waldeck konnte aber niemand entdecken. Der Immenreuther Bürgermeister Heinz Lorenz und einige Väter passten auf, dass niemand auf dem nassen Untergrund ausrutschte. Nach der Führung erhielt jeder einen Fragebogen zu den Felsenkellern. Außerdem sollten die beiden Eingänge und die fehlenden Lagerräume in eine Skizze eingezeichnet werden.

Wer gut aufgepasst hatte, löste das Quiz problemlos. "Kommt mit euren Eltern an den Sonntagen in unser Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum in die Trautenbergstraße", forderte Rösch die Kinder auf, "jeder bekommt einen Preis."

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