Antje Kopp-Lüdemann befasst sich mit Kennzeichnung von Lebensmitteln
Beim Einkauf kritisch sein

Lokales
Kemnath
17.04.2013
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"Die Ernährung hat einen großen Einfluss auf Gesundheit, Fitness und Wohlbefinden", schickte Antje Kopp-Lüdemann ihrem Vortrag beim Frauenbund im Pfarrheim vorweg. Unter dem Motto "Ernährung - heute und morgen" ("Future Food") beschäftigte sich die Hauswirtschaftsmeisterin aus Schönreuth vor allem mit der Lebensmittelkennzeichnung.

"Haltbarkeit, Aussehen, Farbe, Aroma, Geschmack und Konsistenz sind die Gründe für die Verwendung von Zusatzstoffen in Lebensmitteln", erklärte sie. Ausdrücklich warnte sie vor Lebensmitteln mit großem Zuckergehalt: "Zucker schwächt das Immunsystem, kann Schlafstörungen. Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Diabetes und Depressionen verursachen und zu Zahnproblemen führen." Trotzdem ist es nicht unproblematisch, Zucker durch Süßstoff zu ersetzen. Synthetische Farbstoffe schwächten ebenfalls die Körperabwehr, könnten Asthma verursachen und das ADS-Syndrom bei Kindern verstärken. Kribbeln im Mund, Ausschlag oder Durchfall könnten Symptome einer Allergie aufgrund Lebensmittelzusatzstoffe sein.

Zusätze aus Kostengründen

Gesundheitliche Probleme verursachten mitunter auch Konservierungsstoffe und Antioxidationsmittel. Geschmacksverstärker werden bei der Herstellung von Brühen, Suppen und Soßen verwendet, erklärte Kopp-Lüdemann. Wenn das Eigenaroma nicht ausreicht, kommen natürliche oder synthetische Aromastoffe zum Einsatz. "Sie werden aus Kostengründen verwendet und helfen der Lebensmittelindustrie, teuere Zutaten einzusparen."

Zusatzstoffe seien ausdrücklich zugelassen. Sie werden wissenschaftlich getestet und müssten gesundheitlich unbedenklich sein. Genetisch veränderte Zutaten müssten gekennzeichnet werden.

Die Kennzeichnung zu Inhaltsstoffen und Eigenschaften eines Lebensmittels regle die Lebensmittelverordnung. Sie solle Verbraucher vor Irreführung schützen und die Kaufentscheidung erleichtern. Diese wollten klar erkennen können, ob Zusatzstoffe, Allergene oder genetisch veränderte Organismen enthalten sind. Daher seien die Hersteller verpflichtet, zum Beispiel die Angabe der Zutaten, Zusammensetzung und des Mindesthaltbarkeitsdatum in gut lesbarer Form anzubringen. Dadurch werde ein Produktvergleich ermöglicht.

Lieber regionale Waren

Bei Obst, Gemüse, Rindfleisch, Fisch und Eiern muss laut der Rednerin das Ursprungsland angegeben werden. Weder bei der Pflichtkennzeichnung noch in der Werbung dürfe der Verbraucher getäuscht werden. Gesundheitsangaben wie "Ballaststoffe fördern die Verdauung" müssten wissenschaftlich belegt sein. "Seien Sie kritisch beim Einkaufen", empfahl die Hauswirtschaftsmeisterin, "achten Sie auf die Zutatenliste und kaufen Sie möglichst nur hochwertige, regionale Ware."

Elke Burger bedankte sich bei ihr mit einem Geschenk und bat Stadtpfarrer Konrad Amschl um seinen Segen.
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