23.03.2006 - 00:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Das Kreuz als Zeichen des Glaubens und der Hoffnung hat sehr viele Facetten: Schwäche, Angst und Liebe

von Autor HWKProfil

"Das Kreuz - Zeichen unseres Glaubens und unserer Hoffnung." Unter diese Überschrift stellte Stadtpfarrer Konrad Amschl seinen Vortrag bei der Marianischen Männercongregation im Pfarrheim. Es gebe zum Beispiel das "Kreuz der Schwäche".

"Kreuze sind dekorativ geworden. Aus bestem Material gefertigt, hängen sie um den Hals oder am Ohr vieler Menschen. Manchmal sind es Zeichen des Glaubens, andere tragen es, weil es ein Andenken an die Oma ist oder aber nur aus modischen Gründen", so der Geistliche. Verdeutlichen wolle er damit, dass Kreuze etwas belastendes, etwas drückendes und schweres seien, also zunächst nichts Schönes.

Es gebe auch das "Kreuz der Angst". Was wäre wohl, wenn sich am Ende des Lebens auf irgendeine Weise herausstellt, unser Glaube war sinnlos, ganz einfach falsch? "Wer sich auf den Weg der Nachfolge, auf den Weg Jesu macht, der schluckt keine Glückspillen, schließt keine Vollkaskoversicherung für sein Leben ab und bekommt auch nicht den Sinn des Lebens frei Haus geliefert. Wer sich auf den Weg der Nachfolge macht, erlebt immer wieder Durststrecken und bohrende Fragen." Die Angst werde umso größer, je mehr einer seinen Glauben nicht nur als Trost, sondern auch als Verpflichtung versteht.

"Wer sein Christsein auf den Kirchgang am Sonntag beschränkt, riskiert nur etwas Zeit. Wer einen Teil seines Geldes oder seine Zeit einsetzt, riskiert schon mehr. Wer, wie die Jünger oder die Mitglieder der ersten christlichen Gemeinden, sogar sein Leben aufs Spiel setzt, riskiert alles."

Den dritten Abschnitt seines Vortrags beschrieb der Geistliche als "Kreuz der Liebe." Dass Angst und Hunger Kreuze sein können, ist ohne weiteres verständlich. Aber Liebe als Kreuz? Auf dem Weg der Nachfolge entdecke er das Kreuz der Liebe in doppelter Gestalt. Als Kreuz der Nächstenliebe und das Kreuz der zwischenmenschlichen Liebe.

Es gibt einen unbestreitbaren Zusammenhang zwischen der Nächstenliebe und der Selbstliebe. "Nur wer mit sich selbst klarkommt, wer sich selbst lieben kann, der wird andere schätzen und lieben können." Nicht nur die Nächstenliebe kann zum Kreuz werden, auch die Liebe zu Menschen, mit denen man sich mehr als mit anderen verbunden fühlt. Wenn Liebe mehr ist als Lust oder Bedürfnisbefriedigung, wenn Liebe auch etwas zu tun hat mit Verantwortung, mit Verpflichtung, dann wird Liebe oft genug zum Kreuz.

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