Die Kliniken Nordoberpfalz AG verteidigen ihr "bestes Haus" - Anzeige sorgt nicht für Nervosität
"Der Ruf Kemnaths steht auf dem Spiel"

Lokales
Kemnath
26.08.2014
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Der Bericht "Patient im Krankenhaus abgelehnt" im "Neuen Tag" vom 22. August schlägt hohe Wellen. Roland Bayer aus Eschenbach suchte an einem Samstagabend wegen starker Bauchschmerzen das Kemnather Krankenhaus auf. Der diensthabende Arzt schickte ihn nach kurzem Abtasten weiter nach Bayreuth.

Bayer begab sich jedoch zur weiteren Behandlung ins Klinikum Weiden. Dort wurde ein dreifacher Narbenbruch diagnostiziert und zwei Tage später operiert. Rita Stadler, Pressesprecherin der Kliniken Nordoberpfalz, verteidigte das Vorgehen des Arztes in Kemnath. Er habe nur im Sinne des Patienten gehandelt und die Situation als nicht akut und realistisch eingeschätzt.

Auf der Facebook-Seite des Oberpfalznetzes, in der Redaktion Eschenbach/Kemnath und bei den Kliniken Nordoberpfalz AG entlud sich seitdem die öffentliche Meinung. Diese lässt sich in zwei Kategorien einteilen: Entweder "Wegen des Fehlverhaltens eines Arztes darf nicht ein gesamtes Krankenhaus und dessen Personal in Frage gestellt werden" oder aber "Ich habe bereits ähnliche und noch viel schlimmere Erfahrungen gemacht".

Als der "Neue Tag" Rita Stadler mit den Reaktionen konfrontiert, gibt sie sich besonnen: "Wir verfolgen die Diskussion in den sozialen Netzwerken genau und nehmen die Anrufe und Rückmeldungen sehr ernst." Ein Rückruf des Arztes reiche meistens aus, um sämtliche Beschwerden und vermeintliche Falschbehandlungen aufzuklären.

Allerdings stimme es sie traurig, dass durch die teilweise dramatisierenden Äußerungen ein ganzes Krankenhaus "runter geredet" wird. "Dies wird der Arbeit des Personals überhaupt nicht gerecht und widerspricht völlig der bisherigen Einschätzung der Patienten." Demnach verzeichne das Kemnather Krankenhaus bereits das vierte Jahr in Folge einen positiven Trend. "400 Patienten bewerteten es mittels eines Fragebogens mit durchschnittlich 4,75 von 5 Sternen. Kemnath ist unser bestes Haus."

Der Anzeige Bayers wegen unterlassener Hilfeleistung und Körperverletzung sieht Stadler gelassen entgegen. "Der Arzt hat keinen Fehler gemacht. Er schätzte die Situation realistisch ein." Lediglich dessen Aussage "Wir haben uns nie gesehen. . ." sei unglücklich gewesen. Letztlich "entstand jedoch kein Schaden". Dass nun weitere "Geschädigte" die große Geschichte wittern, sah sie kommen. "Ich will nichts schönreden. Ärzte sind Menschen und Menschen machen nunmal Fehler."
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