19.07.2006 - 00:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Ein höchst amüsanter Wettbewerb bei der Kemnather Kirwa - 21 Paare tanzen den Baum aus Mit dem Weib über Stock und Stein

"Weibertragen wird zusammen geschrieben", stellte der Kirwachef Robert Piehler bei dem Traditionsfest in Kemnath klar. Einige Teams hatten sich für das Gaudispiel nach dem Baumaustanzen in dem Glauben angemeldet, es handle sich um einen Wettbewerb im "Weib ertragen".

von Autor (gri)Profil

"Die Kirwaburschen meinten wohl, sie hätten da gute Chancen", sagte Piehler augenzwinkernd vor dem Parcourslauf, der einen der Höhepunkte der Kemnather Kirwa darstellte. Dabei ging es schlichtweg darum, dass starke Männer ihre Frauen möglichst schnell über ein paar Hindernisse ins Ziel trugen. Dazu war neben dem Festzelt eine 500 Meter lange Strecke abgesteckt.

Christian Schultes und Christina Luber meisterten die Aufgabe souverän. Mit einer Zeit von 35 Sekunden sicherte sich das Paar aus Kemnath den ersten Platz vor Thomas Gradl und Sabine Müllner aus Unterweißenbach. Letztere waren mit 36 Sekunden gleich schnell wie die Lokalmatadoren Rudolf Wilhelm und Daniela Fellner. Das Los bescherte den Unterweißenbachern aber den zweiten Platz.

Das Wasserbecken forderte beim Weibertragen seinen Tribut: Vier von zehn Paaren landeten - natürlich sehr zur Freude der Zuschauer - im kühlen Nass. Bei hochsommerlichen Temperaturen waren die Ausrutscher selbst für die Betroffenen halb so schlimm. Und wer nicht beim Parcourslauf baden ging, der labte sich an einer frischen Mass.

Den Strauß in Händen

Bei strahlendem Sonnenschein tanzten die 21 Kirwapaare am Sonntag auch den Kirwabaum aus. Die Kemnather Kirwamusikanten Gerhard Köbler, Peter und Christoph Butz sowie Stefan Walter zogen dabei mit ihren Instrumenten voran. Mitten unter den Kirwapaaren war wie immer Tanzlehrer Hans Wild. Nach dem "Bandltanz" kürten die Burschen und Moidln ihr Oberkirwapaar. Als die Musik zum Spielen aufhörte, hielten diesmal Tobias Götz und Silke Gebert den Strauß in der Hand.

Die Kirwa hatte am Samstagvormittag mit dem Baumaufstellen begonnen. Johann Gebert aus Döswitz hatte die stattliche Fichte spendiert, die die Burschen mit purer Muskelkraft in die Höhe stemmten. Dem Schnaittenbacher Bürgermeister Sepp Reindl oblag am Samstagabend die Ehre, das erste Fass Bier anzuzapfen. Drei Schläge brauchte er dafür.

Was andernorts nicht selbstverständlich ist, pflegen die Kemnather Kirwapaare Jahr für Jahr: Geschlossen traten sie am Sonntagvormittag zum Gottesdienst an, obwohl sie wenige Stunden vorher noch mit der Band "Wöidarawöll" kräftig gefeiert hatten. Bei so vielen jungen Leuten in der Pfarrkirche war auch einmal eine frischere musikalische Umrahmung erlaubt. Die Musikgruppe "Let's sing!" aus der Gemeinde Fensterbach brachte Schwung in die Messe.

Eine zünftige Musik

Einen Schweiß treibenden Einsatz hatte am Sonntagnachmittag das "Buchbergecho" im Festzelt. Am Abend lösten die "Alpenstones" aus Balderschwang die Blasmusiker aus Kemnath ab. Am Montag spielten die "Stoapfälzer Spitzbuam" auf. Wie es der Brauch ist, verloste das Oberkirwapaar am Montagabend den Kirwabaum und andere Sachpreise. Weil er sich gut mit Losen eingedeckt hat, darf sich Markus Graf aus Kemnath über zwei Karten für ein Konzert von Robbie Williams freuen.

Der zweite Vorsitzende der Kirwagemeinschaft, Markus Plößl, bedankte sich bei den Anwohner für das Verständnis und bei allen Gönnern für die Unterstützung. Die Helfer lud er zur Feier der Nachkirwa am Samstag, 5. August, in das Vereinshaus ein.

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