Franz Nowy wirbt nach zwei Nierentransplantationen für das Thema Organspende
Inzwischen das dritte Leben

Lokales
Kemnath
19.04.2013
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Nach dem Vortrag von Dr. Franz Hermann Beckmann über die medizinischen und rechtlichen Grundlagen der Organspende (wir berichteten) erzählte ein Betroffener von seinen Erfahrungen mit Nierentransplantationen. Franz Nowy von der Interessengemeinschaft der Dialysepatienten und Nierentransplantierten, Ortsgruppe Weiden, hat selbst zwei Mal von einer Organspende profitiert.

Mit 13 Jahren wurde er nierenkrank. Diese chronische Erkrankung zwang ihn im Alter von 30 Jahren zur Hämodialyse. Dazu musste er dreimal pro Woche ins Klinikum Weiden. Während dieser Zeit konnte er seinen Beruf nur in Teilzeit ausüben. Weil die Dialyse mit großen Einschränkungen in der Ernährung verbunden war und die Familie mit zwei Kindern sehr belastete, entschloss er sich zu einer Transplantation. Nach den notwendigen Voruntersuchungen kam er auf die Warteliste.

Nach einem Jahr erreichte ihn beim Urlaub auf Mallorca ein Anruf der Universitätsklinik Würzburg, dass ein passendes Spenderorgan vorhanden sei. Unverzüglich flog er zurück und ließ sich noch am gleichen Tag die Spenderniere einpflanzen. Nach der Transplantation musste er regelmäßig Medikamente nehmen, die die Abstoßung des fremden Organs verhinderten. Trotzdem konnte er wieder voll in seinen Beruf einsteigen. Als nach acht Jahren die fremde Niere ihren Dienst versagte, musste er wieder acht Jahre lang an die Dialyse.
Eine Lebendorganspende seiner Mutter und seiner beiden Schwestern war aus medizinischen Gründen nicht möglich. Deshalb wurde ihm in der Uniklinik in Regensburg eine zweite Spenderniere eingesetzt. "Die funktioniert jetzt seit fünf Jahren einwandfrei", freute er sich.

"Als Transplantierter habe ich jetzt eine doppelt so lange Lebenserwartung wie als Dialysepatient." Den Namen seines Lebensretters wird er nie erfahren. "Aber ich bin ihm unendlich dankbar", sagte Nowy, "ihm verdanke ich mein neues Leben."

Vorträge an Schulen

Ein besonderes Anliegen ist ihm das Thema Organspende. Seit vielen Jahren unterrichtet er in verschiedenen Schulen seiner Umgebung. Hier ist es ihm gelungen, dieses überaus wichtige und sensible Thema Hunderten von jungen Menschen nahe zu bringen, selbstverständlich unentgeltlich. Als engagierter Leiter der Selbsthilfegruppe konnte er vielen Mitpatienten helfen. "Durch den Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten, Vorträge über medizinische, rechtliche und soziale Belange, Ernährungs- und Kochkurse für Dialysepatienten und Transplantierte erhalten sie eine bessere Lebensqualität."
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