Fundus wächst um 15 Prozent - Kindergartenkinder als "neue Fans" - Dauerleihgaben an Weiden
Sehr gutes Jahr für Heimatmuseum

"Die Katholiken haben nichts zu lachen, wenn ich zur Macht gelange", hatte Adolf Hitler schon gedroht, als er noch nicht "Führer und Reichskanzler" war. Kemnaths Stadtpfarrer Hauser warnte 1932 davor. Dokumente wie diese kamen durch Zufall ans Tageslicht. Repro: Anton Heindl
Lokales
Kemnath
19.04.2013
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Schwungvoll präsentiert sich der Heimatkundliche Arbeits- und Förderkreis (HAK) im 35. Jahr seines Bestehens. Mit Stadtwache, Wirtshaussingen, Gästeführergruppe, Ferienangeboten für Kinder und vor allem mit dem vielseitigen Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm des Heimatmuseums lässt der von 517 auf 523 Mitglieder gewachsene Geschichts- und Kulturverein frischen Wind durch die Anzensteinstadt wehen.

Davon berichteten Vorsitzender Hans Rösch und die Arbeitsgruppen bei der Hauptversammlung im Foyer der Mehrzweckhalle. Nicht weniger als neun Sonderschauen zeigten Anton Heindl und sein Museumsteam im vergangenen "herausragenden Jahr". Höhepunkte waren die Ausstellung über das Kemnather Franziskanerkloster, Museumsfest, Tag des offenen Denkmals sowie der Weihnachtsausstellungs-Dreiklang.

In den Wochen rund um die Jahreswende betrat der HAK überdies Neuland in Gestalt der "Aktionsbühne" mit Lesungen, Vorträgen, Musik und Bastelarbeiten sowie einer Miniaturkrippen-Präsentation von Alois Vetter. Neue Fans fand das Museum zudem unter den jüngsten Kemnathern. "Die Kindergartenkinder sind unsere Freunde geworden", freute sich Anton Heindl: "Sie fragen schon von sich aus nach, ob es etwas Neues im Museum gibt, und belohnen uns mit ihrem Besuch." Dies sei nicht zuletzt das Verdienst von Hans Bäte, der mehrfach die Gruppen der Kemnather Kindertagesstätte zum Brotbacken eingeladen habe. Auch Schülern habe er auf spannende Weise die Geheimnisse der Vor- und Frühgeschichte sowie die faszinierende Kultur der stein-, bronze- und eisenzeitlichen "Altvorderen" nahe gebracht.
Erfreut zeigte sich Heindl über die große Zahl der Leihgeber und Stifter, die den Fundus des Heimat- und Handfeuerwaffenmuseums allein seit 2012 um 15 Prozent aufgestockt habe. Neu aufgenommen habe man unter anderem eine komplette Sattlerwerkstatt, eine vollständige Herrenschneiderei, Bautagebücher des Kemnather Distriktskrankenhauses, ein Konvolut von etwa 1000 Andachtsbildern sowie Stadtkammerbände von 1721 und 1748.

Bronzebeil nachgebildet

Augenfälligste Dauerleihgabe sei die fast 140 Jahre alte Traditionsfahne der Soldatenkameradschaft, die zudem einen umfangreichen Dokumentbestand überlassen habe. Maßgeblich bereichert habe Michael Espenschied die vor- und frühgeschichtliche Ausstellung. Hans Bäte von der Arbeitsgruppe "Vor- und Frühgeschichte" ergänzte, dass Heinrich Schelter, der Eigentümer des über 3000 Jahre alten "Bronzebeils vom Rauhen Kulm", dem HAK eine detailgetreue Nachbildung geschenkt habe. Das makellos erhaltene Original war zehn Jahre lang als Leihgabe im Museum zu bewundern. Die Museumsgruppe, so Anton Heindl, habe aber auch einige Objekte, die mit der Weidener Stadtgeschichte verbunden gewesen seien, als Dauerleihgaben an Stadtarchiv und Stadtmuseum Weiden übergeben. "Dies festigt die Anerkennung benachbarter Museen und Städte und die Freundschaft mit ihnen."
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