Imker diskutieren koordiniertes Vorgehen gegen die Milben - Honigernte schlecht wie nie
Gemeinsam gegen Varroa

Der Leiter des Eschenbacher Lehrbienenstandes, Hans Krapf, sprach über das Einwintern und die Bekämpfung der Varroamilben. Bild: hroe
Lokales
Kemnath
12.08.2014
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Eine schlechte Honigernte und die Varroamilbe plagen die Imker wie noch kaum. Aber in der Not überlegen die Bienenzüchter nun, zusammenzurücken. Bei der Varroa-Bekämpfung verspricht gemeinsames Vorgehen mehr Erfolg.

Zwei kritische Themen hatte Fachberater Hans Krapf für den Imker-Stammtisch auf die Tagesordnung gesetzt. Der Leiter des Eschenbacher Lehrbienenstands sprach über das Einwintern der Bienen und die Varroabekämpfung. Seine Stimmung war gedrückt: Seit er denken könne, habe er keine so schlechte Honigernte erlebt, eröffnete Krapf den Vortrag. Allerdings sei die Ernte im Bundesgebiet sehr unterschiedlich ausgefallen. Anderswo hätten Imker bessere Ergebnisse erzielt.

Nun gehe es ans Einwintern und nur starke Völker kommen gut durch den Winter. Deshalb muss nach kurzem Anfüttern sofort die Varroabehandlung beginnen. Wegen des warmen Winters hatten die Milben sehr gute Überlebenschancen. Stefan Nickl vom Veterinäramt Tirschenreuth gab bei der Verhandlung die bestellten Behandlungsmittel aus.

Krapf stellte die verschiedenen Mittel vor. Er unterschied nach solchen, die noch während der Brut und solchen für die brutfreie Zeit. Durch das laufende Ausschneiden der Drohnenwaben und die Behandlung der Bienenschwärme mit Milchsäure können die Milben das ganze Jahr bekämpft werden.

Keine Rückstände

Wer eine Bienenkehrmaschine besitzt, kann seine Völker ohne großen Aufwand beim Honigschleudern zusätzlich behandeln. Beim Umgang mit den Behandlungsmitteln, besonders bei Ameisensäure, müssen die Sicherheitsvorschriften beachtet werden. In den Waben und schon gar nicht im Honig dürfen Rückstände bleiben.

Krapf empfahl den Imkern, sich abzusprechen und ihre Bienen zeitgleich zu behandeln. So wäre eine Ansteckung der Bienen untereinander zu unterbinden. In der Diskussion kam der Vorschlag, dass das Veterinäramt die Varroabehandlungen künftig koordinieren solle. Vorsitzender Andreas Schultes versprach im Vorstand und mit dem Veterinäramt darüber zu beraten. Im Landkreis Rosenheim werde dies schon praktiziert, wusste Referent Hans Krapf. "Dort ist der Landrat aber auch selbst Imker." Der nächste Stammtisch ist für Oktober angesetzt.
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