KEM-Verband ringt um seine Zukunft - und die der innerstädtischen Geschäftswelt - Högl bleibt ...
"Es kann so nicht weitergehen"

"Ich vermisse das Engagement von Leuten am Stadtplatz!": KEM-Verband-Vorsitzender Elmar Högl (stehend, mit Bürgermeister Werner Nickl) hielt bei der Jahreshauptversammlung mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. Bild: stg
Lokales
Kemnath
27.04.2013
2
0

Bis zuletzt blieb es spannend: Macht er weiter oder nicht? Letztlich ließ sich Elmar Högl, Vorsitzender des KEM-Verbandes, von den anwesenden Verbandsmitgliedern und Bürgermeister Werner Nickl doch davon überzeugen, nochmals ein Jahr als Vorsitzender des Kemnather Gewerbe-Verbandes dranzuhängen.

"Das ist aber definitiv das letzte Jahr", stellte Högl unmissverständlich fest. Bis zum nächsten Jahr muss nun ein Nachfolger gefunden werden, die Alternative wäre die Auflösung des Verbandes.

Die Jahreshauptversammlung im Kormann-Saal entwickelte sich zu einer grundsätzlichen Diskussion über die Zukunft des KEM-Verbandes. Högl erinnerte daran, dass sich die Aktivitäten auf drei Großveranstaltungen - Oldtimertreffen, Kneipenfestival und Candlelight-Shopping - sowie die Schnäppchentage beschränken würden: "Aber sonst passiert gar nichts." Ihm persönlich sei dies einfach zu wenig, doch klar sei auch, dass Aktionen und Veranstaltungen nicht immer von denselben Leuten organisiert werden könnten.

Am Stadtplatz selbst gebe es 45 Geschäfte, im KEM-Verband seien nur 22 davon vertreten. Und von den 16 Geschäften am Cammerloherplatz seien auch nur vier Mitglied. "Ist es denen egal, was mit der Innenstadt passiert?", fragte der Vorsitzende und ergänzte: "Ich vermisse das Engagement von Leuten am Stadtplatz!" Doch auch bei vielen Mitgliedern - von knapp 60 waren nicht einmal drei Handvoll bei der Versammlung vertreten - gebe es offensichtlich nur eine mangelnde Bereitschaft, sich zu engagieren und zu beteiligen.

Gegenpol zu Supermärkte

Högl erinnerte daran, dass der KEM-Verband als Gegenpol zur Ansiedlung der großen Supermärkte am Stadtrand gegründet worden sei. "Wenn ich mir am Freitagnachmittag den Stadtplatz anschaue, blutet mir das Herz: Nur leere Parkplätze!" Es könne nicht sein, dass der KEM-Verband nur etwas organisiert, damit die Stadt wunderschön dastehe. "Es kann so nicht weitergehen wie bisher, das ist meine feste Überzeugung."

Dritte Vorsitzende Gabi Ponnath appellierte, dass man verstärkt auch die jungen Leute ansprechen müsse. In vielen Geschäften gebe es Nachfolger aus einer anderen Generation. "Vielleicht sind wir selber auch etwas betriebsblind geworden. Zweiter Vorsitzender Armin Schinner stellte eine gewisse "Bequemlichkeit" bei den Gewerbetreibenden fest. So könne er auch nicht nachvollziehen, warum beispielsweise beim Kneipenfestival 2012 sieben Lokale in der Innenstadt nicht mitgemacht hatten.

Högl griff auch das Thema "Leerstände in der Innenstadt" auf. Gelegentlich könne man den Eindruck gewinnen, dass hier eine "Das wird schon werden"-Mentalität herrsche. Auch die Kommune sei hier gefragt, zu agieren und nach Lösungen zu suchen. Bürgermeister Nickl entgegnete, dass sich die Stadt in dieser Frage sehr engagiere. "Vieles passiert aber nichtöffentlich, das kann ich nicht an die große Glocke hängen. Die Erfahrung habe auch gelehrt, dass beispielsweise ein Lebensmittel-Markt in der Innenstadt keine Zukunft habe. "Gefragt sind Spezialisierungen oder Nischen, das Altstadtladl ist hierfür ein gutes Beispiel", so Nickl.

Die Anwesenden kamen überein, sich in spätestens zwei Monaten zu einer außerordentlichen Versammlung zu treffen. Dann soll ein neues Marketing- und Werbekonzept vorgestellt werden, das Holger Märkl schon einmal grob skizziert hatte.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.